Donnerstag, 19. Dezember 2019

Die Schönheit der Landschaft - eine „Wiederverzauberung“ mit der Natur


Es gibt diese ganz besonderen Plätze in der Landschaft die uns ganz plötzlich und ohne Ankündigung ansprechen. Wenn wir auf solche Plätze treffen fühlen wir uns irgendwie „geortet“, wir spüren eine Verbundenheit mit diesem Ort. Selbst wenn dieser Platz uns nicht bekannt war, ist uns zumute als seien wir schon einmal hier gewesen. In solchen Momenten sollten wir innehalten und uns ganz der Wahrnehmung hingeben.
In den alten Überlieferungen und Märchen lesen wir, dass sich besondere Orte und Plätze nur jenen auftun, die reinen Herzens sind. In unsere heutige Sprache übersetzt bedeutet dies, dass sich die spirituellen Dimensionen eines Platzes jenen auftun, die dies zu respektieren wissen. An solchen Plätzen erleben wir dann eine „Wiederverzauberung“ mit der Natur. Dies erleben wir oftmals auch an Orten, die einen historisch heimatkundlichen Hintergrund haben. An Quellen, Brunnen, markanten Bäumen, alten Ruinen oder an Plätzen, die einst kultisch genutzt wurden. Oft haben solche Plätze auch ihre eigenen Besonderheiten, die sie aus dem übrigen Landschaftsgefüge etwas herausheben.

Foto©UteKnieriemen-Wagner/Tourist Info Trippstadt

Ein solcher Ort ist die Amseldelle bei Trippstadt, die oberhalb des landschaftlich sehr markanten Karlstals liegt. Im Gegenteil zum Karlstal, das touristisch schon „erobert“ ist, verharrt die Amseldelle noch immer in einem leichten „Märchenschlaf“.
Die Amseldelle wurde 1842 von Freiherr von Gienanth angelegt. Zu dieser Anlage gehörten in früheren Zeiten einmal ein Schießstand, ein Irrgarten aus Eibenbäumen, ein wunderschöner Wildholzpavillon, eine Kegelbahn und eine Hütte, die als Kochstelle diente. 1891 wurde auf der Amseldelle ein großer Steinmenhir mit einer Gedenktafel zur Erinnerung an den 70.Geburtstag des Prinzregenten Luitpold von Bayern aufgestellt.

Etwa 1200 Meter von der Amseldelle entfernt, im Baumbestand von Buchen und Eichen versteckt und auf der höchsten Erhebung dieses Gebiets gelegen,  befindet sich eine seltsame und geheimnisvolle Steinformation die uns an ein keltisches Steingrab erinnert. Offiziell soll es sich hierbei um eine Steinformation aus der Eiszeit handeln.
Auch dieser Platz hat seine eigene und besondere Ausstrahlung die wir auf uns einwirken lassen sollten.
Foto©Tourist Info Trippstadt
Wenn sich Landschaft für uns „öffnet“, ist es nicht so als treten wir ein in den Garten Eden?
Landschaft ist eben mehr als nur Kulisse. Die unerschöpfliche Vielfalt ihrer Formen und ihrer Farben vermittelt dem, der bewusst in ihr wandert und sie in seiner Seele aufnimmt, das große Geheimnis der Natur mit seinem Zauber und seiner natürlichen Sinnlichkeit. Die Schönheit einer Landschaft ist immer auch ein Mythos mit lebendigen Bezügen zur Märchenwelt!

Ein Artikel von©HansWagner

Mittwoch, 4. Dezember 2019

Winter im Trippstadter Wald


 
Foto©Tourist Info Trippstadt

Auch in der kalten Jahreszeit, zieht es viele Naturliebhaber in den Wald. Wenn Regen und Schnee die äußere Sicht einschränken, wendet der Blick sich nach innen. Und wenn auf den Feldern die Ernte eingebracht ist, fährt auch der ernsthafte Wanderer seine Ernte ein.
Selbst im tiefsten Winter, wenn Schnee und Eis unsere Wälder und Wiesen bedecken, ist es belebend und eine Wohltat für die Seele sich auf eine Wanderung durch die klirrende Kälte zu begeben. Ruhig und starr stehen die Bäume nun im Wald, ohne ihren Blätterschmuck offenbaren sie uns umso mehr ihr eigenes Wesen. Auf den Nadelbäumen funkelt das Eis wie Diademe. Die Natur ruht, doch schon wächst neues Leben unter der gefrorenen Erde und wartet nur darauf, dass die Sonne es aufblühen lässt!
Wer denkt der Wald wirke im Winter eintönig, der täuscht sich gewaltig. Gerade jetzt kann man die Schönheit der wandelbaren Natur besonders gut erkennen und viel Neues entdecken. Die wunderbaren Farbnuancen der flüchtigen Wolken am Abendhimmel, die Wirkung des Lichts das im Winter besonders sanft in die Baumkronen fällt. Das weiche und zarte Gezwitscher der Meisen, die Spuren von Vögeln und Wild im Schnee.
Wer genau hinschaut, kann sie sehen - die kleinen Wunder am Wegesrand!


Text©Hans Wagner