Freitag, 27. Juli 2018

Kranz der Wälder Heft August/September Ausgabe


Das neue Heft ist ab sofort bei der Tourist Info Trippstadt erhältlich!
Aus dem Inhalt:


August – Sommer in seiner ganzen Pracht – noch blühen die wilden Rosen, die Sonnenblumen brennen in leuchtendem Gelb und über dem Waldteich tanzen die Libellen. Die Zeit scheint still zu stehen!

September – Magie des Spätsommers – nun, da die erste leichte Laubfärbung der Bäume beginnt, die Zugvögel unruhig ihr Gefieder spannen, ist es Zeit sich aufzumachen zu einer Wanderung hinein in diesen magischen Spätsommer!

„Pfalzwerke Energy Beats“ am 10.08.2018 und „7. Pfalzwerke Lichterfest“ am 11.08.2018 – der Trippstadter Schlosspark wird an diesen beiden Tagen zum Festivalgelände! Besucher aus nah und fern genießen die Musik, die kulinarischen Köstlichkeiten und das Höhenfeuerwerk! Tickets gibt es bei der Tourist Info Trippstadt!

Trippstadter Kohlenbrennerfest und Schmiedefest – am 01. und 02. September 2018. Jedes Jahr am 1. Wochenende im September wird die Hauptstraße zur Kohlen-brennerfestmeile und an der Schmiede Huber klingen die Hämmer der Schmiede. Am Meilerplatz raucht der Kohlenmeiler und daneben gibt es in diesem Jahr zum ersten Mal ein kleines historisches Zeltlager zum Thema „Zwischen Räubern und Revolutionären“.

Tag des offenen Denkmals – am 09. September 2018 mit Führungen um das Schloss und Schmiedevorführungen in der hist. Schmiede Huber.

Frauen Aktiv – am 20. September 2018 um 15.30 Uhr laden die Damen von Frauen Aktiv zu einem Vortrag über Pilze ein. Geselliges Beisammensein, Kaffee und Kuchen.

Auf unseren Veranstaltungsseiten finden Sie noch weitere interessante Tipps.
Genießen Sie die vielen Veranstaltungen und entspannen Sie bei einer Wanderung durch die Trippstadter Wälder!
Redaktion Kranz der Wälder

Dienstag, 24. Juli 2018

Eine Glockenblumenwanderung um Trippstadt


Artikel©Hans Wagner

Sind es persönliche Erlebnisse oder seltene Zufälle, die uns Menschen mit dem Reich der Blumen verbinden?
Sind es ihre Formen, Farben und Düfte die viele von uns jeden Sommer wieder in ihren Bann ziehen? Wie sich der Nachtwanderer vom Sternenmeer magisch angezogen fühlt, so fühlt sich der naturbezogene Wanderer vom Blumenmeer angezogen. Es hat einen tieferen Sinn, dass der Mensch sich zwischen Blumen und Gestirne gestellt fühlt. 
Sprechen wir nicht von „Blumensternen“ und „Sternenblumen“?
Blumen und Sternen scheint etwas Unfassbares, etwas Numinoses inne zu wohnen. Warum sonst auch sollte die Antike ihre wichtigsten Blumen den Göttern zugeordnet haben?
 
Foto©Ute Knieriemen-Wagner/Tourist Info Trippstadt

„Nicht die Schätze sind es, die ein so unaussprechliches Verlangen in mir geweckt haben, sagte er zu sich selbst; fernab liegt mir alle Habsucht; aber die blaue Blume sehn’ ich mich zu erblicken. Sie liegt mir unaufhörlich im Sinn, und ich kann nichts anderes dichten und denken. So ist mir noch nie zumute gewesen.....“
lesen wir im „Heinrich von Ofterdingen“ des Novalis.
Gewiss, Novalis hat mit diesem Bekenntnis auf jenes Verlangen der dichterischen Phantasie hingedeutet, jenseits aller Blumen die eine Blume zu suchen, jenes Absolute für das es viele Namen gibt. Dennoch, auf eine gewöhnliche Sprache herabgesetzt könnte diese Blume auch die Glockenblume sein.

Eine Verwandtschaft zu diesen Blumen ist auf jeden Fall vorhanden. Sie bestätigt sich wenn wir die Mythen, Märchen und Legenden befragen, in denen uns die Glockenblume immer wieder begegnet. Auch in der Naturheilkunde wurde und wird die Glockenblume verwendet.
Doch vor allem ist sie im Märchen und in der menschlichen Phantasie beheimatet. Mit ihren blauvioletten Blüten erscheint sie vor allem an ihren Waldstandorten besonders geheimnisvoll. 
Es heißt, wer die Blumenseele zum Sprechen bringt, wird ihre Botschaft erfahren. Es ist nicht jedem gegeben, die Seele der Blumen zu verstehen. Um ihre Stimme zu hören bedarf es einer besonderen Atmosphäre, ein sich Hineinfühlen in das Wesen der Pflanze selbst. Worüber schon Goethe in seinen Metamorphosen bestens zu berichten wusste:
 „Jede Blume, sie spricht lauter und lauter mit dir. Aber entzifferst du hier der Göttin heilige Lettern......“

Immer wurden Blumen mit etwas Seelenhaftem in Verbindung gebracht. Als „festgewachsene Schmetterlinge“ hat sie der Dichter Friedrich Schnack bezeichnet:
„Sind nicht auch Blüten Schmetterlinge – nicht abgelöste, an ihrem Ursprung haftende Falter? Wie der Schmetterling seiner braunen Puppe entkeimt, wenn die Stunde seines Erwachens gekommen ist, und seine vier Flügelblätter entbreitet, so entringt sich die Blüte ihrer walzenförmigen Knospe, entfaltet sich, wächst gleich den neugeborenen Falterschwingen zur endgültigen Gestalt und flattert an ihrem Zweig im Wind. Die Blume der Erde und die Blume der Luft sammeln auf ihren Blättern und Schwingen den Zauberstrahl des Lichtes, das farbenverwandelte Feuer des himmlischen Gestirns.“


Es scheint als habe der Dichter vor einer Glockenblume gestanden, als sich diese Zeilen in ihm bildeten. Es gibt gewiss einen tiefen Zusammenhang zwischen den Metamorphosen der Blumen und der des naturbezogenen Menschen.

Die Schönheit unserer heimischen Wildblumen, vor allem der mystischen Glockenblumen aus einem universellen Zusammenhang zu betrachten, kann der Sinn einer „Glockenblumenwanderung“ durch die Trippstadter Natur sein.
Der naturbegeisterte Spaziergänger kann hier alle unsere heimischen Glockenblumenarten bewundern. Mit etwas Glück auch die „lanzettblättrige Glockenblume“, die es nur im Pfälzerwald und im Taunus gibt und die mit zwei Standorten in der Gemarkung Trippstadt vertreten ist. Doch ihren Geschwistern wird er überall in Trippstadts Umgebung begegnen.