Freitag, 16. März 2018

Frühlingsbeginn in Trippstadt



Selbst wenn im März noch einmal Schnee fällt lässt sich nicht verbergen, dass der Lenz Einzug hält. Eine alte Bauernregel sagt „Märzenschnee tut Saaten weh“. Aber auch für die kleinen Feldhasen die in diesem Monat geboren werden ist er nicht angenehm. An einem Rain des Feldgehölzes hat die Hasenmutter ihre drei bis vier handgroßen Mümmelmänner zur Welt gebracht.   

 Der geübte Naturbeobachter hat vielleicht einmal im Leben das Glück sie dort zu entdecken. Fest aneinander geschmiegt liegen die winzigen Wollknäuel um sich zu wärmen fast regungslos, als seien sie erstarrt. In dieser Zeit fürchten die Junghasen weniger die Kälte als die Nässe des tauenden Schnees. Kommt gar noch ein Eisregen hinzu, wird es gefährlich für die Kleinen. Ihre ärgsten Feinde sind die Krähen auf den Feldern aber auch Mäusebussard und Elstern machen Jagd auf junge Feldhasen, sind sie doch den Tag über alleine. Die Mutter kommt nur in der Abenddämmerung zu ihnen um sie in den ersten Wochen zu säugen. Sie liegt am Tage einige hundert Meter weit ab von der Kinderstube in ihrer „Sasse“.  Hasen sind bekannt dafür, dass sie sich beim Nahen von Menschen einfach auf den Boden „drücken“. Sie verlassen sich auf die graubraune Tarnung ihres Fells und haben meistens Glück, dass man sie übersieht. Wird er allerdings entdeckt sitzt er zu erst einmal mit weit geöffneten Augen in seinem Lager bevor er dann blitzschnell die Flucht ergreift. Nur in höchster Gefahr springt er auf und verschwindet mit 60 – Kilometer – Tempo seine berühmten Haken dabei schlagend, übers weite Feld.

 
Am Kaltenborn - Foto©Ute Knieriemen-Wagner/Tourist Info Trippstadt


In dieser Zeit hört man die helle wimmernde Stimme des Waldkauzes. Was wir da als „kiuwitt – kiuwitt“ hören ist sein Balzgesang. Gleich Anfang März legt die Käuzin ihre schneeweißen Eier in eine Baumhöhle oder Dachnische einer Kirche oder einer alten Scheune, wie auch die Waldohreule die jetzt in den manchmal noch winterlich anmutenden Wäldern heiratet. Sie ist allerdings nicht so komfortabel eingestellt wie der Kauz. Ihr genügt ein altes Krähen– oder Dohlennest. Die Schleiereule die jetzt auch mit der Brut beginnt, bevorzugt ein Dachgerüst als Brutplatz wenn sie ein solches findet.

Auch Meister Grimbart befindet sich in den Flitterwochen, und alsbald liegen auch die jungen Dachse im Bau. Reineke Fuchs tut es ihm gleich und steht ihm was die Liebe betrifft in keiner Weise nach. Schon Mitte März sorgt die Füchsin im tieferen Wald für ihren Nachwuchs. Es dauert fast bis zum Sommer bis die Jungdachse  und Füchse erwachsen werden und schließlich ihrer eigenen Wege gehen. 

 
Foto©Ute Knieriemen-Wagner/Tourist Info Trippstadt


 
Fotos©Ute Knieriemen-Wagner




Auch in der Pflanzenwelt kann man jetzt die ersten Frühlingsboten erkennen. Schneeglöckchen und Märzenbecher zeigen ihre weißen Blüten oft in Begleitung von Krokus und Leberblümchen, Bingelkraut und Buschwindröschen. Der Lenz behauptet sich im März.
Die ersten frischen Frühlingswinde pfeifen über die Felder. Tiefer im Wald erwacht nun auch reges Leben. Die Paarungszeit der Eichhörnchen beginnt. An milden Tagen hören wir am frühen Morgen die ersten Vogelkonzerte und das Lied der Amsel kündet am Abend erwartungsvoll vom ersten Blühen, als wolle sie den Sommer jetzt schon herbei singen. Das Amsellied ist die reine Freude  an der Schöpfung und am Dasein. 

Die Tage nähern sich immer mehr dem Farbenrausch des Frühlings und die ganze Landschaft scheint ein Gesamtkunstwerk zu sein. Die Natur bietet viel in dieser Jahreszeit und das naturkundige Auge sollte jetzt unbedingt auf Entdecker Tour gehen.

Machen Sie sich auf zu einer Tour in Trippstadts Wälder und Wiesen und genießen Sie die ersten Frühlingstage!

Artikel©Hans Wagner

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