Freitag, 11. August 2017

(S)INNE (ER)HALTEN



Ein Artikel von Hans Wagner/Ute Knieriemen-Wagner


(S)INNE (ER)HALTEN
Sinne erhalten – Inne halten
Wandern in Trippstadt

Es gibt verschiedene Weisen die Natur zu sehen und zu erfassen, sie hat für alle nur möglichen Fragen eine Antwort bereit. Wenn wir uns in ihr bewegen dann sollten wir nur immer wieder einmal innehalten, um zu sehen, hören und riechen, dann wird uns die Natur Antworten geben, auch auf unsere Frage nach dem Sinn des Daseins!

Während einer Wanderung durch den Trippstadter Wald wird die umgebende Natur uns dies bestätigen. Menschen von heute begegnen der  Natur anders als z.B. unsere Urgroßeltern. Sahen diese in den unendlichen Räumen des Kosmos das Himmels- und Sternenzelt, Sonne und Mond noch als Licht und Lampe eines friedvoll in sich ruhenden Erdentages und die alte Mutter Erde als fruchtbaren Boden allen Lebens, so können viele Menschen von heute diese Anschauungen oft nicht mehr nachempfinden. Und dennoch, wenn wir den Wald betreten, scheint es uns da nicht, dass mit einem Mal manches Schwere von uns fällt, dass wir Stress und Hektik plötzlich hinter uns lassen können?

Der Wald wird uns zu einem letzten Reservat eines romantischen Gefühles. Wälder öffnen nicht nur unsere Sinne, sie schenken unserem Leben auch Sinn, wir müssen nur Ausschau halten nach den „Kindern des Waldes“, den Pflanzen, Vögeln, Bäumen und Tieren. Was kann uns bei einem Waldspaziergang doch alles begegnen? Der plötzliche Ruf des Schwarzspechtes, das leise Klagen eines einsamen Vogels, im Gebüsch taucht plötzlich ein Reh auf, im Wind ächzen die Bäume. 


Fotos © Ute Knieriemen-Wagner/Tourist Info Trippstadt

Fotos © Ute Knieriemen-Wagner/Tourist Info Trippstadt



Fotos © Ute Knieriemen-Wagner/Tourist Info Trippstadt


Bäume, sie sind viel mehr, als nur eine Ansammlung von Hölzern.
Bäume und der Wald insgesamt, können ein Gleichnis sein, für das Zusammenleben von uns Menschen.
Aber Bäume sind auch Mahner in unserer heutigen schnelllebigen Gesellschaft, denn sie stehen außerhalb unserer Alltagshektik. Wir sollten öfter mal innehalten und das Schöpfungswerk der Natur wieder bewusster betrachten. Bäume können uns Kraft und Hoffnung geben, die Zukunft zu meistern und das Spannungsfeld zwischen Ökonomie und Ökologie in Einklang zu bringen, denn aus fast keinem anderen Wesen der Natur strahlt so viel Nachhaltigkeit wie aus unserem Freund dem Baum.
Alte Baumgestalten lassen für uns Geschichte lebendig, Gegenwart wichtig, und Zukunft lebenswert erscheinen. Sie können Freunde des Menschen werden, uns viel erzählen. Uns vor allem die Natur und die Schöpfung nahe bringen.
Wir müssen nur immer wieder inne halten können, dann können wir auch teilnehmen an dem Wunder der uns umgebenden Natur, an ihrer Fülle, an ihrem Reichtum.

Der deutsche Naturphilosoph und Ethnobotaniker Gustav Schenk schrieb einmal: „Die blaue Blume der Romantik wuchs nirgendwo – aber sie lebte, wenn auch nur als Sinnbild grenzenlosen Geistes. Sie war ein Ziel das von vorneherein nicht erreicht werden konnte. Sie war Geist und Fülle einer leidenschaftlichen Sehnsucht und nicht würdiger und weiser konnte eine an das Unendliche verlorene Seele irdische Gestalt annehmen als in einer Pflanze. Sie hatte vor aller Wirklichkeit eines voraus: Ebenso wie sie nie gefunden wurde, konnte sie niemals verloren gehen – und kein Stachel des Schmerzes blieb zurück.“

Dies ist es, was wir von der großen Lehrmeisterin Natur lernen können, wenn wir bereit sind manchmal innezuhalten. Jenes Gefühl einer Wiederverzauberung mit der uns umgebenden Natur, eben: Im Leben einen Sinn erhalten. 

Fotos © Ute Knieriemen-Wagner/Tourist Info Trippstadt


Es soll Menschen geben die über das „Schweigen“ im Wald erschrecken, doch ist diese Stille des Waldes nicht gerade seine Antwort an uns?
Schon beim Eintritt in den Wald atmen wir auf und entspannen uns. Beim Wandern erleben wir zwei grundlegende Leitgedanken unseres Lebens: Weggehen und Ankommen. Wir machen uns auf um etwas Neues zu erleben, unseren Kopf freizubekommen und auch irgendwie auf die Suche nach einem Gefühl von Glück! Diese Suche ist auch etwas das unser Leben durchzieht wie ein roter Faden: die Suche nach dem Sinn des Lebens, nach Glück, nach Freiheit, Geborgenheit, dem Paradies….
Der Wald kann uns einiges davon schenken, unser Kopf wird frei, denn in der Natur kann man sich frei bewegen ohne Zwang und Stress.
Hier sind wir auch befreit von den ständigen Reizen unserer modernen Welt. Alle Sinne öffnen sich für die Natur.
Der Gesang der Vögel, das Rauschen der Blätter im Wind, das Murmeln des Wildbaches und vieles mehr können wir bewusst aufnehmen und es trägt zu unserer Entspannung bei. „Waldbaden“ nennt man das in Japan.
Shinrin yoku“ heißt übersetzt so viel wie: „ein Bad nehmen in der Atmosphäre des Waldes“ oder kurz „Waldbaden“ und ist in Japan selbstverständlicher Teil der Gesundheitsvorsorge!
Denn ein Spaziergang im Wald ist gesund! Nachweislich wird der Blutdruck gesenkt und Stresshormone werden reduziert.
Nehmen Sie es an, dieses kostenlose Rezept von Mutter Natur und machen Sie sich auf zu einer Wanderung durch den Trippstadter Wald!


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