Mittwoch, 26. Juli 2017

Der Rote Fingerhut

Ein Artikel von Hans Wagner



Der Rote Fingerhut (Digitalis purpurea) bildet in unseren Mittelgebirgen, besonders auf Waldlichtungen mit kalkarmen Boden, ausgedehnte Bestände. Seine großen, purpurroten Blüten, die zu auffallenden Trauben gehäuft sind, stellen hängende Glocken dar. Diese Blütenform erinnert an einen Fingerhut (lat. digitus = Finger). Die Flecken in der Blüte sollen Staubbeutel vortäuschen und die Attraktivität der Blüten für Insekten stark erhöhen. Allerdings überwinden nur größere Insekten wie Hummeln die bärtige Sperre auf dem Blütengrund, die kleinere unzuverlässige Blütengäste zurückhält.


Fingerhut im Trippstadter Wald - Foto © Ute Knieriemen-Wagner


Die giftige Pflanze aus der Familie der Rachenblütler ist mit mehreren Arten in Mitteleuropa und Westasien heimisch. Zu Heilzwecken verwendet man vorwiegend den Roten Fingerhut als auch seinen Verwandten, den wolligen Fingerhut (Digitalis lanata).

Im ersten Jahr entwickelt sich am Boden nur eine große Blattrosette, im darauffolgenden Jahr wächst der behaarte Stängel 60 – 120 cm empor. Er trägt runzlige, an der Unterseite grau-filzige, lanzettförmige Blätter. Von Juni bis September erscheinen dann die charaktertypischen Blüten. In Ziergärten gedeiht eine weniger giftige Sorte als Zierpflanze.

Den größten Heilwert hat der wildwachsende Fingerhut. Dieser ist dafür bekannt, dass sein Wirkungswert an den verschiedenen Standorten recht erheblich voneinander abweichen kann. Als besonders gut und reich an Inhaltsstoffen gilt der "Harzer Digitalis". Um die Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die Pflanze von dem englischen Arzt William Withering in die Therapie eingeführt. Auf seinen grundlegenden Arbeiten baut sich auch heute noch die gesamte Lehre der Digitalis auf. Man hatte den Fingerhut schon lange vorher in der Volksheilkunde angewandt, allerdings für ganz andere Erkrankungen, als jene für die er heute angewendet wird. 

Leon hart Fuchs ein bekannter deutscher Arzt und Botaniker, gab der Pflanze im Jahre 1542 den wissenschaftlichen Namen, eben wegen der Ähnlichkeit mit einem Fingerhut. Als einer der ersten Ärzte beschreibt er die Pflanze als Arzneikraut. Es sollte allerdings William Withering überlassen bleiben den Fingerhut ab 1775 in die Medizin einzuführen. Als erster hat er ihn bei Herz- und Kreislauferkrankungen angewandt. Er beschrieb die Heilpflanze in einer Monografie äußerst exakt.

Bei den britischen Kelten war die Pflanze eng mit dem „kleinen Volk“, den Elfen und Feen verbunden. Sie sollen die Blüten des Fingerhutes u.a. als Kopfbedeckung genutzt haben.
Die Pflanze bot Schutz vor Bösem und war gleichzeitig ein Bindeglied zu den Naturgeistern.

Der Fingerhut ist eine der stärksten heimischen Giftpflanzen und darf auf keinen Fall selbst zubereitet werden. Schon geringe Mengen wirken tödlich! Bei der Anfertigung eines jeden Digitalis-Blätterrezeptes ist der Apotheker verpflichtet, eine neue Ampulle zu öffnen und den nicht verbrauchten Rest fortzuwerfen. Der Arzt ist somit immer sicher voll wirksamen Digitalis zu erhalten.
In Gärten, in denen Kinder spielen, hat der Fingerhut also wegen seiner Giftigkeit nichts verloren!


Wohl aber in freier Natur, wo er mit seiner Blütenpracht die Vorbeikommenden grüßt.



Fotos © Ute Knieriemen-Wagner /Tourist Info Trippstadt

Dienstag, 18. Juli 2017

21. und 22.07.2017 Sommerfest der Feuerwehr


Geheimnisvoller Wald




Leise betritt der Wanderer das Reich der Bäume, unwillkürlich atmet er auf und sein Auge erfreut sich an den grünen Schatten die die mächtigen Bäume werfen. Aus den Baumkronen dringt das Summen und Schwärmen geflügelter Insekten. Zwischen den Zweigen lassen Vögel ihr Gezwitscher ertönen und je tiefer man in den Wald eindringt, desto mehr Wildpfade kreuzen die Wanderwege. 



Fotos © Ute Knieriemen-Wagner Tourist Info Trippstadt



Gefüllt vom ewigen Leben der Natur ist der Wald. Stets keimt es im grünen Reich der Bäume, immer wird geboren, wächst heran, kämpft und stirbt es in der Natur. Manche Tiere legen sich am Abend zur Ruhe und die anderen erwachen nun erst. Der Pulsschlag von Mutter Natur pocht unaufhörlich.
Der Winter lässt ihn für einige Zeit in eine Starre fallen, doch auch während des tiefsten Frostes finden wir noch Lebensspuren in ihm. Der hohe Sommer jedoch, ist die wahre Zeit der Wälder. Der Wald ist wahrlich freigiebig und beschenkt sogar jene, die nicht unbedingt nach seinem Reichtum streben.
Es ist als strahle die Kraft des ewigen Kreislaufes des Lebens aus seinem Dunkel heraus und dringe in die menschliche Seele ein. Die erhabene Schönheit der alten Bäume, ihre majestätische Ruhe, in der sie seit Jahrzehnten und Jahrhunderten in ihrem Boden leben hat seit jeher bei den Menschen Respekt erweckt.
Der französische Philosoph Jean Jaques Rousseau schrieb einst an einen Verwandten:
„Die Natur ist voller Wunder, lieber Cousin; uns wird nur der Einblick in einen sehr kleinen Teil gewährt; es besteht also wenig Hoffnung, dass wir ihre Prinzipien einmal gänzlich verstehen oder all ihre Geheimniss enthüllen können.“

Ähnlich drückte es auch Bernhard von Clairvaux aus:
„Du wirst mehr in den Wäldern finden als in den Büchern. Die Bäume und die Steine werden dich Dinge lehren, die dir kein Mensch sagen wird.“ 

Wenn man die Formen von Pflanzen, Bäumen und Felsen betrachtet, wenn wir in den Nächten zu den aufblinkenden Sternen schauen, kommen wir schnell hinter das Geheimnis der Natur das die Philosophen und Dichter so oft beschrieben und besungen haben.
Bei einem meditativen Spaziergang durch den Wald, durch die Feld- und Wiesenflur spürt der Wanderer alsbald die Beziehung die zwischen ihm und Allmutter Natur besteht. Die ganze Natur scheint ihm beseelt. Die Bewegungen der Pflanzen im Wind scheinen ihm vertraut. Der Gang zu den Bäumen ist doch letztendlich wie eine Andacht, ein Gang der Freude, denn dort, wo Bäume wachsen scheint uns die Natur besonders freundlich gesinnt zu sein. 










Es waren nicht nur die Philosophen und Dichter die sich von den Geheimnissen des Waldes inspirieren ließen, auch die Künstler versuchten in das Rätsel der Natur einzudringen und dies in ihren Werken darzustellen. Einer von ihnen war der Maler Karl Wilhelm Kolbe der vor langer Zeit schrieb:
„Was seit jeher in der Natur mich am meisten angezogen hat, sind Bäume und Kräuter... und die Sonne, die ihnen Licht und Wärme mitteilt. Hier rührt und reizt mich alles, die schöne grüne Farbe, die dem Auge so wohl tut, die unendliche Mannigfaltigkeit der Formen und die Verschiedenheit des Ausdrucks, die in jeder derselben liegt; vor allem aber das Leben das sie beseelt, das ihre Welt an die meinige schließt... Dies alles... berührt wie mit einem Zauberstabe meine rege gewordene Phantasie... „
Mit vollem Recht durfte Kolbe von sich sagen: „Bäume sind es, die mich zum Künstler gemacht haben“. Denn die Gestalten die er schuf, sind nichts anderes als die Vermenschlichung des Lebens und Schicksals, das ihm Bäume und Wälder offenbarten. Er gestand offen, das wenn im „Paradies keine Bäume wären, er für seine Seligkeit keinen Pfifferling geben möchte“.  
Auch Goethe empfand so. Sein „Baum – und Waldvermächtnis“ hinterließ er uns in einem wunderschönen Gedicht:

Sag ichs euch geliebte Bäume
Die ich ahndevoll gepflanzt,
als die wunderbarsten Träume 
morgenrötlich mich umtanzt.
Ach, ihr wißt es, wie ich liebe,
Die so schön mich wiederliebt,
Die den reinsten meiner Triebe
Mir noch reiner wiedergibt.

Wachset wie aus meinem Herzen,
Treibet in die luft hinein,
Denn ich grub viel Freud und Schmerzen
unter eure Wurzeln ein.
Bringet Schatten, traget Früchte,
Neue Freude jeden Tag; 
Nur dass ich sie dichte, dichte,
Dicht bei ihr genießen mag. 


Artikel © Hans Wagner

Montag, 10. Juli 2017

Wichtige Information bitte mitmachen und für unseren Spielplatz abstimmen!!!



Wichtige Information:
Aufruf zur Teilnahme an der Online-Abstimmung für unseren Spielplatz                          „Auf der Steig“ (am Warmfreibad Trippstadt)
Teilnahme an der Fanta Spielplatz-Initiative
Die Ortsgemeinde Trippstadt beteiligt sich in diesem Jahr erstmals an der seit 2012 von Fanta und dem Deutschen Kinderhilfswerk ins Leben gerufene Spielplatz-Initiative.
Ziel der Initiative ist es, Aufmerksamkeit zu schaffen, wie wichtig freies und kreatives Spielen für die kindliche Entwicklung ist. Die Fanta Spielplatz-Initiative setzt sich für ein langfristig kreatives und sicheres Spielen ein und unterstützt deutschlandweit beispielhafte Umbauten von Spielplätzen mit bis zu 10.000.00€.
Die Ortsgemeinde Trippstadt hat sich mit einem Sanierungskonzept für den Spielplatz „Auf der Steig“(am Schwimmbad) bei der Initiative beworben und wurde unter 500 Bewerbern als förderfähig befunden und für die Teilnahme zugelassen. 150 Spielplätze erhalten eine Förderung, wenn sie bei der Online Abstimmung genügend Stimmen erhalten.
Ab heute, dem 10. Juli 2017 bis 11.08.2017 kann pro Person einmal je Kalendertag für unseren Spielplatz „Auf der Steig“ abgestimmt werden. 

Das ist ganz einfach: auf dem Fanta Spielspaß Profil bei Facebook:
oder ohne Facebook-Account unter:

Wenn genügend Stimmen für einen Platz unter den TOP 150 zusammenkommen, erhält die Gemeinde für die Sanierung unseres Spielplatzes „Auf der Steig“ ,je nach Rangliste, eine Förderung von bis zu 10.000€.
Daher meine herzliche Bitte, nehmen Sie an der Abstimmung teil und teilen Sie diese Information mit möglichst vielen Freunden und Bekannten, damit wir durch die Online-Abstimmung einen Platz unter dem TOP 150 erreichen.
Herzliche Dank
Manfred Stahl
Ortsbürgermeister

Dienstag, 4. Juli 2017

Kranz der Wälder Heft Ausgabe JULI 2017




Foto Titel © Dr. Jürgen Ott


Aus dem Inhalt:

Farbenprächtige Sommerboten im Karlstal - reiches Libellenleben an Teichen und der Moosalb – Dr. Jürgen Ott beschreibt in seinem Artikel die verschiedenen Libellenarten, „in Deutschland sind aktuell 81 Arten bekannt, in Rheinland-Pfalz wurden bisher 69 Libellenarten gefunden….“ In Trippstadt kann man ungefähr 20 bis 30 Arten antreffen, so kommen in den ehemaligen Fischteichen im Karlstal rund 20 Arten vor!

Zur Geschichte des einstigen Auerwildes in den Trippstadter Wäldern – Hans Wagner schreibt über diese selten gewordenen Wildhühner. Das Auerhuhn benötigt als Kulturflüchter einen sehr ruhigen Lebensraum. Helle, naturnahe Nadelwälder mit reich entwickelter Krautschicht und vielen Beerenfrüchten sind sein Lieblingsdomizil.

Der Rote Fingerhut – ist eine der stärksten heimischen Giftpflanzen, gleichwohl wird sie in der Heilkunde verwendet. Ihren wissenschaftlichen Namen „Digitalis purpurea“ hat sie schon 1542 von dem bekannten deutschen Arzt und Botaniker, Leonhart Fuchs erhalten.

Blätter zur Heimatgeschichte – neues Heft Nummer 66 ist in der Tourist Info erhältlich!

Trippstadter Kerwe – vom 08. bis 11. Juli mit dem traditionellen Schubkarrenrennen als Abschluss.

Frauen Aktiv Trippstadt – die Damen von Frauen Aktiv laden ein zu einem Vortrag über den Luchs im Pfälzerwald.

Neue Ausstellung am Unterhammer – Eröffnung am 12. Juli 2017

Sommerfest der Feuerwehr – am 21. und 22. Juli 2017

PWV Sommerfest an der Brunnenstollenhütte – am 26. Juli 2017 ab 15.00 Uhr

Vorschau Schlosspark Festival am 04. und 05. August 2017 – Schlager im Park und Lichterfest, kulinarische Köstlichkeiten, Lichtillumination und Höhenfeuerwerk!
Auf den Veranstaltungsseiten finden Sie noch mehr interessante Hinweise!
Wir wünschen eine schöne Sommerzeit!             Redaktion Kranz der Wälder

Erhältlich ist das Heft in der Tourist Info Trippstadt!