Montag, 27. März 2017

Schöne Wanderziele - einige Brunnen in der Umgebung von Trippstadt

Candidusbrunnen
1894 wurde die Quelle des Candidusbrunnens gefasst, seinen Namen erhielt dieser Brunnen zum Andenken an  Förster Benedikt Candidus, der ganz in der Nähe des Brunnens in seinem Forsthaus lebte und dort 1872 verstarb.An das ehemalige Forsthaus erinnert ein sogenannter Ritterstein.



Ziegelbrunnen
 Zwischen dem Wilensteinerhof und der Straße "Karlstalhaus" befindet sich der Ziegelbrunnen. Etwa um 1933 wurde der jetzige Brunnen errichtet.
Seinen Namen hat er aus der Zeit, als der Brunnen eine Ziegelbrennerei mit Wasser versorgte, die schräg gegenüber im Berghang stand.

Burgalbspring bei Johanniskreuz
Burgalbquelle und Weiher befinden sich unterhalb von Johanniskreuz. Die Burgalb fließt, nachdem Sie den Weiher verlassen, hat in den Pferdsbrunnerweiher und vereinigt sich dort mit dem Wasser des Pferdsbrunnens. Ab hier trägt das Gewässer den Namen Schwarzbach.

Osterheldbrunnen
 Der Osterheld- oder Langeckbrunnen wurde 1927 vom Revierförster Friedrich Osterheld geplant und gebaut. Direkt beim Brunnen steht ein Steintisch und Bänke die zum Verweilen einladen!


Kaltenborn
Schon  1754 wird der Kaltenborn als einer der Brunnen des Dorfes erwähnt. Der Brunnen wurde in vergangenen Zeiten als Waschbrunnen genutzt.
Kaltenborn

Fischweiherbrunnen
Es handelt sich um eine Quelle die zur Wassergewinnung für die ehemalige Fischzucht im Karlstal genutzt wurde.

Fotos © Ute Knieriemen-Wagner/Tourist Info Trippstadt

Literaturhinweis: Kurt Knebel - Quellen und Brunnen in und um Trippstadt

Freitag, 10. März 2017

Eine Wiederverzauberung mit der Natur - Heimatkunde und Geomantie

Von Hans Wagner



In einer von der Stadtkultur geprägten Landschaft sind die sinnlich und geistig geprägten Verbindungen des Menschen zu seiner Umwelt nicht mehr so positiv vorhanden wie in einer Landschaft, die mehr dörflich strukturell geprägt ist. Was auch nachvollziehbar ist, denn mit der Stadtkultur beginnt die „Entzauberung der Natur“.
Aber es gibt sie noch, jene Landschaften die uns so etwas wie Heimatgefühl geben. Landschaften, die uns mitteilen: „Hier bin ich zu Hause“. Landschaften, die uns ihre Geschichte erzählen, indem wir Teil ihrer Geschichte werden.
Denn, so wie die Geschichte das Geschichtsbewusstsein in uns ist, so ist es auch in der Landschaft in der wir leben und so wie wir über diese Landschaft erzählen, so erzählt uns diese Landschaft auch etwas über sich. Wenn man also über eine bestimmte Landschaft erzählt, so verleiht man ihr eine Stimme, was letztendlich bedeutet, dass wir eine Kommunikation mit ihr beginnen.

Es gibt diese besonderen Plätze in der Landschaft die uns ganz plötzlich und ohne Ankündigung ansprechen. Wenn wir auf solche Plätze treffen fühlen wir uns irgendwie „geortet“, wir spüren eine Verbundenheit mit diesem Ort. Selbst wenn dieser Platz uns nicht bekannt war, ist uns zumute als seien wir schon einmal hier gewesen. Dies ist der Moment in dem wir geomantisch wahrnehmen. In solchen Momenten sollten wir verharren und uns ganz der Wahrnehmung hingeben. Es bedarf natürlich einer gewissen Grundstimmung in uns um solches überhaupt wahrnehmen zu können.

In den alten Überlieferungen und Märchen lesen wir, dass sich besondere Orte und Plätze nur jenen auftun, die reinen Herzens sind. In unsere heutige Sprache übersetzt bedeutet dies, dass sich die spirituellen Dimensionen eines Platzes jenen auftun, die dies zu respektieren wissen. Was an solchen Plätzen dann in uns vorgeht, ist das Gegenteil der „Entzauberung“, es entsteht eine „Wiederverzauberung mit der Natur“. Solche „Wiederverzauberungen“ überkommen uns oftmals auch an Orten, die einen historisch heimatkundlichen Hintergrund haben. An Quellen, Brunnen, markanten Bäumen, alten Ruinen oder an Plätzen, die einst kultisch genutzt wurden. Oft haben solche Plätze auch ihre eigenen geologisch-geomantischen Besonderheiten, die sie aus dem übrigen Landschaftsgefüge etwas herausheben.

Amseldelle bei Trippstadt - Foto © Ute Knieriemen-Wagner


Ein solcher Ort ist die Amseldelle bei Trippstadt, die oberhalb des landschaftlich sehr markanten Karlstals liegt. Dieses wunderschöne, romantische Tal, an der Moosalb gelegen, ist zweifelsohne ein Landschaftsgebiet, in dem sich geomantische Knotenpunkte kreuzen. Hier lässt sich für jene, die in der Geomantie geübt sind, ein struktureller Ausdruck in der Landschaft erkennen, eine Art metaphysischer Wirklichkeit, die diesem Tal inhärent ist.
Im Gegenteil zum Karlstal, das touristisch schon „erobert“ ist, verharrt die Amseldelle noch immer in einem leichten „Märchenschlaf“
Die Amseldelle wurde 1842 von Freiherr von Gienanth angelegt. Zu dieser Anlage gehörten ein Schießstand, ein Irrgarten aus Eibenbäumen, ein wunderschöner Wildholzpavillon der heute nicht mehr existiert, eine Kegelbahn und eine Hütte die als Kochstelle diente. 1891 wurde auf der Amseldelle ein großer Steinmenhir mit einer Gedenktafel zur Erinnerung an den 70.Geburtstag des Prinzregenten Luitpold von Bayern aufgestellt.

 
Scharderkopf - Foto © Tourist Info Trippstadt

Etwa 1200 Meter von der Amseldelle entfernt, im Baumbestand von Buchen und Eichen versteckt und auf der höchsten Erhebung dieses Gebiets gelegen, finden wir eine seltsame und geheimnisvolle Steinformation, die uns an ein keltisches Steingrab erinnert. Offiziell soll es sich um eine Steinformation aus der Eiszeit handeln.
Was jedoch nicht ausschließt, dass diese in prähistorischer Zeit kultisch genutzt wurde. Auch ist die Ähnlichkeit mit bekannten Hünengräbern so frappant, vor allem mit dem Hünengrab von Rheinfeld, dass es unwahrscheinlich ist, dass diese Steine keinen religiösen Hintergrund in prähistorischen Zeiten gehabt haben sollen. Etwa 500 Meter entfernt von dieser megalithischen Felsformation befindet sich eine bewachsene künstliche, runde Erhebung die stark an eine sogenannte Steinkiste (Grabmal) erinnert. Hier möchte ich auf die Ähnlichkeit mit dem Steinkistengrab von Gielow hinweisen.
Für die Gemeinde Trippstadt gibt es derzeit keine Hinweise auf eine Besiedelung in prähistorischen Zeiten, was natürlich nicht heißt, dass es hier keine Besiedelungen gab. Menschen, die noch die Aura wahrnehmen können die bestimmen Plätzen anhaftet werden an diesem Ort sofort spüren, dass es sich um einen besonderen Kraftplatz handelt.

Es bedarf natürlich der Voraussetzung der „Entleerung“ für die Kommunikation mit einem solchen Ort. Das heißt, wenn wir solche Orte und Plätze aufsuchen, sollten wir uns weniger vom Intellekt inspirieren lassen, als vielmehr von der Intuition. Ist dem so, dann kann es schnell passieren, dass sich die angeblichen Gesetze der linearen Zeit auflösen und wir uns in einem kosmischen Reigen wiederfinden der eingestanzt ist in den Jahresringen der Bäume, im Geäder der Steine und auch ein Teil unseres Selbst ist. So kann es passieren, dass wir jene Ebene betreten da Heimatgeschichte, Geomantie und persönliche Geschichte sich auflösen und wir mit einem Mal etwas wie eine „andere Wirklichkeit“ erfahren. Eine Wirklichkeit, die genauso so wirklich ist wie jene alltägliche Wirklichkeit von der wir annehmen es sei die Einzige die existiert.

Wenn sich Landschaft für uns „öffnet“, ist es nicht so als treten wir ein in den Garten Eden?
Landschaft ist eben mehr als nur Kulisse und Staffage. Die unerschöpfliche Vielfalt ihrer Formen und ihrer Farben vermittelt dem, der bewusst in ihr wandert und sie in seiner Seele aufnimmt, das große Geheimnis der Natur, es dringt in uns ein mit seinem Zauber, Geheimnis und seiner natürlichen Sinnlichkeit. Die Erfahrung von Landschaft macht uns zu Teilhabern der natürlichen Erscheinungen. Das Biotop Natur wird für den Menschen zum Psychotop. Die Schönheit einer Landschaft ist immer auch ein Mythos mit lebendigen Bezügen zur Märchenwelt!