Montag, 14. November 2016

„Und stehen wie verzaubert da“ - eine Vollmondwanderung im Trippstadter Wald



Zum Sehen geboren
Zum Schauen bestellt…..
J.W.Goethe


Wer noch nie eine Vollmondnacht in den Wäldern erlebt hat, der hat wahrlich etwas versäumt! Wenn in den kalten Winternächten der Vollmond am Himmel steht, wird der Wald zu einem magischen, zauberhaften Ort. Ist auch noch Schnee gefallen erscheint uns die Landschaft wie ein großes Mysterium. Vom Mondlicht verzaubert fühlen wir uns den Wesen des Waldes besonders nahe. Die Stille im nächtlichen Wald sorgt dafür, dass wir alles Profane hinter uns lassen und ganz aufgehen, in der Seele des Waldes!

Alle großen Dichter wussten um die Magie des Vollmondes und seine Macht die er auf die Poesie und das Gemüt ausübt! Ob Goethe, Schiller, Eichendorff, Thoreau und viele andere, sie alle waren der Macht dieses schnell wandernden Gestirnes verfallen.
Wenn wir hochblicken zu ihm, erscheinen uns die unendlichen Räume des Kosmos als funkelndes Sternenzelt und mit einem Mal begreifen wir das „Schweigen der unendlichen Räume“, sind den Worten Schillers ganz nahe, der dichtete: „Brüder überm Sternenzelt muss ein lieber Vater wohnen“.
Wer in einer Wintervollmondnacht das romantische Karlstal aufsucht, fühlt sich schnell in eine Zauberlandschaft versetzt. Ein Gedicht von Ludwig Tieck beschreibt die Stimmung die in einer solchen Nacht über uns kommen kann:
Mondbeglänzte Zaubernacht
Die den Sinn gefangen hält
Wundervolle Märchenwelt
Steig’ auf in der alten Pracht…….
Auf der Bergeshöhe erkennt man nun Burg Wilenstein, die vom Mondlicht verwandelt einer Gralsburg gleicht. Wenn dann noch der Ruf des Waldkauzes durch die Wälder schallt, dann wird die Landschaft noch geheimnisvoller. In solchen Nachtstunden, in denen keine unliebsamen Störungen von außen in die Stille einbrechen sind die Kräfte der Imagination am stärksten. Und es fällt uns nicht mehr schwer daran zu glauben, dass jetzt Elfen und Zwerge durch die Wälder ziehen.
Wer würde da nicht gerne mitwandern?
 Hans Wagner


Fotos © Ute Knieriemen-Wagner




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