Freitag, 18. November 2016

Der Baum in der Trippstadter Landschaft – alte Baumpersönlichkeiten in und um Trippstadt



Einer der schönsten An- und Ausblicke in der Landschaft sind zweifelsohne ältere und allein stehende Bäume. Sie haben eine starke Wirkung auf das Landschaftsbild und geben dem Landschaftsraum eine Struktur und ein unverwechselbares Gesicht.

Als Einzelobjekte prägen solch ältere Bäume mit ihren mächtigen Kronen und starken Stammumfang auch die Trippstadter Landschaft. Solche Baumpersönlichkeiten sind ein besonders zu wahrendes Kulturgut.

Von jeher sind Bäume dem Menschen Symbole des Lebens, der Geborgenheit und des Schutzes gewesen. In einer Zeit der bedrohten Umwelt sind sie auch Ausdruck des Beharrens, der Hoffnung und vor allem der Freude am Wachsen und Gedeihen.
Auch aus unserer Sprache sind solche Bäume nicht mehr weg zu denken. So kennen wir den Lebensbaum, den Maibaum, den Tanzbaum, die alte Dorflinde, den Stammbaum und den Christbaum.

Unsere Gemeinde kann mit Recht stolz auf ihren Altbaumbestand sein. Die altehrwürdigen Zerreichen im Trippstadter Schlosspark, die mächtige Kastanie und ihr direkter Nachbar die alte Roteiche vor dem Trippstadter Schloss und die wunderschöne alte Buche vor der katholischen Kirche prägen das harmonische Dorfbild von Trippstadt. 


Buche vor der Kath. Kirche in Trippstadt - Foto © Ute Knieriemen-Wagner

Entlang der Trippstadter Feldwege finden sich einige ältere Birn- und Apfelbäume die unsere Kulturlandschaft hier besonders prägen und ihr ein landschaftstypisches Gesicht geben. Bäume helfen uns dabei, eine Landschaft erst richtig zu erkennen und lieb zu gewinnen weil sie etwas Authentisches darstellen und die natürliche Schönheit einer Landschaft besonders hervorheben. Sie sind ein wichtiger Aspekt des touristischen Landschaftserlebnisses und dienen einer harmonischen Erholung in einem Fremdenverkehrsort. 

 
Alter Birnbaum am Weg zu den zwei Steinen - Foto © Ute Knieriemen-Wagner



 
Alte Eichen im Trippstadter Schlosspark - Foto © Ute Knieriemen-Wagner

Das „besondere“ an solch alten Bäumen erkannten die alten Griechen schon sehr früh! Sie pflanzten an besonderen Orten Bäume die sie als „genius loci“ bezeichneten, also als „Geist dieses Ortes“. In unsere heutige Sprache übersetzt bedeutet dies nichts anderes, als ein besonderer harmonischer Platz in der Landschaft. Sind sie doch Gewähr für das viel zitierte Naturerlebnis das die Menschen heute so dringend benötigen.

Es gibt viele Gründe, die dafür sprechen die alten Bäume der jeweiligen Landschaft zu erhalten. Neben dem landschaftsästhetischen und den kulturellen Gründen sind es vor allem psychologische und gesundheitliche, die durch tiefenökologische und nachhaltigkeitsstrategische Argumente ergänzt werden.
Vor allem in unserer Zeit, die sich ja nicht nur in der Verschandelung der sichtbaren Natur widerspiegelt, sondern vor allem der „unsichtbaren“ Umweltkatastrophen, nämlich der Ozonlöcher und Klimaerwärmung. Hier tragen Bäume eine besondere Schutzaufgabe für das Leben auf unserem Planeten. So wissen wir schon lange, dass ein Baum die Strahlungsintensität der Sonne reduziert und uns dadurch vor Hautschäden schützt. Bäume sind Staub- und Schadstofffilter. So ist zum Beispiel das Staubfangvermögen unserer Trippstadter Dorflinden pro Quadratmeter Blattfläche rund fünf Mal höher als das von mächtigen Stadtplatanen.

Auch die große Buche vor der katholischen Kirche in Trippstadt sorgt bestens für uns. Wenn dieser Baum im Lichte photosynthetisch aktiv ist, gibt er etwa genau soviel Sauerstoff an die Atmosphäre ab wie er an Kohlendioxid aus dem Luftraum zur Bindung in organischen Molekülen aufnimmt. Diese große Buche setzt am Tag ungefähr 7000 Liter Sauerstoff frei. Das ergibt etwa 35 Kubikmeter sauerstoffreiche Atemluft- genug um den Tagesbedarf von über 50 Menschen sicherzustellen.
Ohne diese ausgleichenden und regenerierenden Leistungen der Bäume gäbe es auf Dauer kein höheres Leben in der jetzigen Form auf unserem Planeten. Doch solche Laubbäume dämpfen auch den Verkehrslärm und im Sommer produzieren sie besonders viel Sauerstoff und sorgen somit für angenehme Luftfeuchte und Kühle in unserer Gemeinde.

Jeder einzelne Baum ist ein Ökosystem und wenn wir die „Sprache der Bäume“ verstehen, können wir von diesem Ökosystem mit seinen vielfältigen Verflechtungen nur lernen und vor allem profitieren in einem ganzheitlichen Sinne.

Versuchen Sie es einfach mal und lauschen dem Raunen dieser alten Bäume, sie können uns viel erzählen und wie schon Erich Kästner in einem seiner Gedichte schrieb: „man kann mit ihnen wie mit Brüdern reden…“

Hans Wagner

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