Dienstag, 25. August 2015

Ein stilles Tal bei Trippstadt - Eine "Wiederverzauberung" mit der Natur



Am Herbertbrunnen
Von Hans Wagner

O singendes Gestein
Im Duft von sommerlichen Wäldern
Und wieder will ich dir lauschen
Einen Sommer lang
Träumend im Moose liegend
Reinen Herzens und allein
Genährt vom Rieseln und Rauschen
Den fernen uralten Lauten
Bildnis des inneren Geschauten
Hier unter schirmend schweren Zweigen
Kann ich ohne Maske mich bewegen
Reißt du mich auch in meine letzte Tiefe
Ich will noch weilen
Will in mich gehen
Ohne Eile
Die Erlenbüsche
Silbern Grau
Verweben sich wie im Traum
In das uralte Lied das klingt
Aus dem singenden Gestein.

Naturliebhabern hat das Neuhöfertal viel zu bieten. Wer auf unberührten stillen Waldwegen unterwegs sein möchte ist in diesem Waldgebiet richtig! Einige unberührte Täler, Brunnen und Waldweiher finden wir hier.
Das Glastal ist eines dieser romantischen, stillen Täler und sein Name stammt von einer Glashütte, die im Mittelalter hier stand. Eine Landschaft kann Geschichte erzählen und hier weist uns der Name des Tales auf die Geschichte einer Glashütte hin, in der einst das sogenannte Waldglas hergestellt wurde.

 
Im Neuhöfertal - Fotos/Copyrights Ute Knieriemen-Wagner


Vor allem in der Zeit des Altweibersommers zeigt sich das Glastal in seiner ganzen Schönheit. Ein fast unwirklicher Zauber liegt über der Landschaft, kein Landschaftsmaler kann die Schönheit der Natur besser auf seine Leinwand bannen als die Natur selbst. Die romantische Stimmung dieser Jahreszeit verwandelt die Wälder in ein farbenprächtiges Gesamtkunstwerk und jene, die die Schönheiten der Natur auf sich wirken lassen, werden bei einer Wanderung reich belohnt werden!
Die Flora ist unberührt, fern der üblichen Wanderwege können sich hier seltene Pflanzen ausbreiten und ihren Standort halten. Viele verschiedene Farnkräuter finden wir hier am Wegesrand. So findet das kundige Auge des Pflanzenlieb-habers auch den seltenen altertümlichen Königsfarn sowie die Lanzettblättrige Glockenblume.


 
Im Neuhöfertal - Fotos/Copyrights Ute Knieriemen-Wagner
 Ein Gang in die Wälder sollte immer auch ein meditativer und spiritueller Spaziergang sein. Es sind die berauschenden Farben die auch in diesem Tal zu dieser Jahreszeit auf uns einwirken.
Sehr deutlich erkennt man jetzt wie Formenbildend die Natur selbst noch in ihrem Vergehen ist. Und sie lehrt uns, dass dieses „Vergehen“ letztendlich ja nur ein neues „Werden“ ist! Überall begegnen wir hier der Signatur der Natur. In diesem großartigen Schöpfungsalphabet sollte der Wanderer nun lesen, um in die Geheimnisse dieses Tales einzudringen.
Die Rinden der Bäume, die Adern des Laubes, der sich langsam braun färbende Farn, der warme Wind der durch das Tal streift, sie alle tragen das große Geheimnis der Wälder in sich, man sollte dieses auf sich einwirken lassen!


 
Im Neuhöfertal - Fotos/Copyrights Ute Knieriemen-Wagner

Um dem Mysterium der Natur zu begegnen, um es authentisch wahrzunehmen bedarf es des Schweigens, nicht des Sprechens. Die Stille der Wälder macht es uns möglich mit der eigenen Seele Zwiesprache zu halten und somit zu einer „Wiederverzauberung mit der Natur“ zu gelangen.
Bei einer Wanderung durch das romantische Glastal scheint es manchmal, als würde man gleich auf die „Blaue Blume“ der Romantiker stoßen, die als Sinnbild grenzenloser Naturfaszination eine ganze Epoche prägte. Wenn sie auch nie gefunden wurde, so hatte sie der Realität einiges voraus: ebenso wie sie nie gefunden wurde, konnte sie auch niemals verloren gehen, und so lebt sie noch Heute weiter, im großen Mysterium der Natur!


  

Die blaue Blume
Von Joseph von Eichendorff
Ich suche die blaue Blume,
Ich suche und finde sie nie,
Mir träumt, dass in der Blume
Mein gutes Glück mir blüh.

Ich wandre mit meiner Harfe
Durch Länder, Städt und Au'n,

Ob nirgends in der Runde
Die blaue Blume zu schaun.

Ich wandre schon seit lange,
Hab lang gehofft, vertraut,
Doch ach, noch nirgends hab ich
Die blaue Blum geschaut.


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