Donnerstag, 18. Juni 2015

Sagenhaftes Karlstal



Von Hans Wagner

Weit über die Grenzen der Pfalz hinaus wird das romantische Karlstal als ein Kleinod unter den Tälern des Pfälzerwaldes geschildert.


Kein geringerer als der bekannte Gartenarchitekt F. L. Sckell, der für München den englischen Garten erbaute, hat vor fast 200 Jahren über das Tal folgendes geschrieben: 
 „Eines der schönsten Täler, die ich in dieser Art gesehen und auch bearbeitet habe, nämlich in dem ich die hinter den Ästen der Bäume und Sträucher versteckt gelegenen Felsmassen mit ihren Wasserfällen dem Genusse unter bildlichen Formen näher brachte und durch Zugänge die Möglichkeit bewirkte, diese ausgezeichneten Ruysdaels in ihrer ganzen Schönheit zu sehen, liegt in der Herrschaft Trippstadt in der Rheinpfalz, damals das Karlstal genannt. Ein kräftiger Bach stürzt sich da hinab in ein romantisches und durch die ehrwürdigen Buchenbäume in ein feierliches Dunkel gehülltes Tal. Kolossale Felsenstücke denen die Natur die ausgezeichnetsten malerischen Formen verliehen hat, wie ich sie fast nie schöner gesehen habe, liegen z. T. an den Berghängen und in der Tiefe, wo sie dem Bache auf eine Länge von ¾ Stunden unaufhörliche und abwechselnde Hindernisse darbieten, über die er bald mit einem Lärm, der im Tale widerhallt, herabfällt, bald murmelnd und ruhig bis zu einem neuen Kampfe dahingleitet. Nachdem sich aber der Bach durch dieses romantische Tal und zwischen diesen Felsmassen gewaltsam durchgedrängt und eine Menge Wasserfälle von vorzüglicher Schönheit und hohem Kunstwerke unter den verschiedensten Umrissen und Wirkungen gebildet hat, ergießt er sich am Ende in einen ruhigen Teich, in welchem sich die Trümmer einer längst zerfallenen Ritterburg, Wilenstein, von einer Anhöhe spiegeln. Hier hört aller Lärm auf und die Natur ist wieder in ihren ruhigen Zustand getreten“. 

 
Foto Karlstal - Stephan Marx




 
Foto Karlstal - Ute Knieriemen-Wagner

 
Auch die Sage weiß uns einiges aus alten Zeiten über das Tal zu berichten. So erzählt eine Legende von einer uralten Eisenschmelz die hier einst gestanden habe und die dem, in einen alten Eichbaum verwandelten, Grafen von Wilenstein jährlich eine Eisenrüstung liefern musste.
Sagenhaft ist auch die Verbindung zur Burg Wilenstein:   Einst verdingte sich ein schöner Jüngling – man wusste nicht, woher er gekommen war – in die Nähe des Schlosses als Schäfer. Seine Schönheit und sein edles Wesen machten ihn bald bemerklich, so dass alles von ihm redete. Der Ruf von dem rätselhaften Hirten drang auch zu der Tochter des Ritters von Flörsheim auf Wilenstein und sie war begierig ihn zu sehen.
Beim Blumensuchen fand das Fräulein den Schäfer schlafend auf einer Wiese. Als dieser erwachte floh die Jungfrau mit raschem Schritte zur Burg, doch trug sie sein Bild mit sich fort im Herzen. Als sie ihn nach kurzer Zeit wiedertraf wechselten beide einige Worte. Täglich war sie nun auf dem Erker des Schlosses wenn der Schäfer mit seiner Herde hier vorbeikam. Alle Bewerber, die auf Wilenstein erschienen und um ihre Hand anhielten wurden abgewiesen. Als aber ein Graf Siegbert um ihre Hand anhielt, drang der Vater auf Zusage und die folgsame Tochter schwankte schon. Nur noch einmal wollte sie vorher von ihrem Erker den Schäfer sehen, doch dieser kam nicht mehr. 
Bangen Herzens eilte sie an den Ort, wo er gewöhnlich seine Herde weidete, dort traf sie einen anderen, von dem sie hörte wie dem schönen Hirten das Herz vor Gram gebrochen war und er im kühlen Grabe schlummerte. Leichenblass und wankend suchte sie bei einem nahen Klausner Trost. Aber auf dem Rückweg zur Burg fiel die vor Schreck noch halb Betäubte von einem Steg, den sie überschreiten wollte, ins Wasser und ertrank. 
Der Klausner berichtete alles dem verzweifelten Vater. Der ließ zum Gedenken ein Kirchlein bauen und Hirtenstab und Flöte gehauen in Stein am Turme einfügen. Beide Zeichen sind am Turm der untergegangenen Kirche beim Aschbacherhof noch heute zu sehen“. 
Eine andere Sage erzählt von einer ledernen Brücke die einst die Burg mit dem Wilensteinerhof verbunden haben soll. Auch von einem Hund mit einem Schlüssel im Rachen der einen Schatz bewacht erzählt uns eine alte Legende. 
Foto Burg Wilenstein - Ute Knieriemen-Wagner


Solche Sagen, wie die aus dem Karlstal nennt die Volkskunde ätiologische Sage, d.h. sie liefern eine „Erklärung“ für die Entstehung oder Herkunft eines augenfälligen Wahrzeichens der örtlichen Umgebung. Im Karlstal sind dies neben einigen Felsen, vor allem die Einsiedlerhöhle in der Karlstalschlucht. 
 
Foto Einsiedlerhöhle/Klause - Ute Knieriemen-Wagner

Ein bestimmter Platz oder Gegenstand regt die Sagenbildung an, gerade weil er den in der nächsten Umgebung Lebenden einzigartig erscheint; doch die daraus entstehenden Geschichten sind alles andere als einzigartig. Sie ordnen sich vielmehr fast immer in bestimmte Muster ein, die der Volkskundler als weit verbreitet erkennt.

Das Karlstal mit seiner wilden und rauhen Schönheit, hat immer wieder kreative Menschen dazu inspiriert seine Landschaft zu beschreiben oder im Bild festzuhalten.
Wahrscheinlich ist der Aufenthalt von Friedrich Schiller im Karlstal auch nur eine Legende. Die Anregung zu seiner Ballade „Ein Gang zum Eisenhammer“ soll er sich im „Wüstetal“ geholt haben. Obwohl Schiller wahrscheinlich niemals in Trippstadt weilte, zeugt seine „angebliche einstige Anwesenheit“ von der Magie die von dieser Landschaft ausgeht.
 
Foto Karlstal - Ute Knieriemen-Wagner
Vom Trippstadter Friedhof aus führt eine Spur, wenn auch über einige Umwege, zu Johann Wolfgang von Goethe. Hier erinnert ein gußeisernes Kreuz an Carl Friedrich Brion, einen Neffen von Goethes Straßburger Liebe Friedericke Brion aus Sessenheim. C.F. Brion war als Hüttenwerksdirektor in den Hüttenwerken im Karlstal tätig gewesen.

Neben seiner wildromantischen Schönheit hat das Karlstal seinen Besuchern auch kulturgeschichtlich viel zu bieten.

Freitag, 12. Juni 2015

GEO-Tag der Artenvielfalt am 13.06.2015 im Umweltbildungszentrum Libellula im Karlstal

Von Dr. Jürgen Ott


Foto -  Dr. Jürgen Ott

POLLICHIA beteiligt sich am GEO-Tag der Artenvielfalt



„Nur das, was wir kennen, werden wir auch achten und schützen“. Aus dieser Überzeugung heraus veranstaltet das Magazin GEO seit 1999 jährlich den GEO-Tag der Artenvielfalt und lädt Experten und interessierte Laien zu einer „Inventur“ der heimischen Flora und Fauna ein.

„Den Beweis anzutreten, dass Natur auch in Mitteleuropa noch etwas anderes ist (und sein muss) als Straßenbegleitgrün; das Bewusstsein für schützenswerte Biodiversität in unserer unmittelbaren Umgebung zu schärfen; das Wissen um die oft übersehene Wichtigkeit von Natursystemen zu fördern, selbst wenn diese unscheinbarer wirken als der tropische Regenwald – das sind die Ziele des GEO-Tags der Artenvielfalt“, so Peter-Matthias Gaede, Chefredakteur von GEO.

An dieser bundesweiten Aktion zur Erfassung der belebten Natur vor unserer Haustür, an der im Jahr 2013 rund 15.000 Teilnehmer mitgemacht haben, beteiligt sich nun auch zum zweiten Mal nach 2014 das Umweltbildungszentrum "Libellula" im Karlstal bei Trippstadt, wobei dieses Mal die Aktion zusammen mit der POLLICHIA durchgeführt wird.

Am 13.06. werden nun die hier vorhandenen, aufgelassene Fischteiche und die nahe gelegene Moosalbe (ein typischer Pfälzer Sandbach) eingehend untersucht und alle gefundenen Arten aus Flora und Fauna notiert. Dabei erfolgen die Erhebungen an den verschiedensten Artengruppen – Pflanze, Fledermäuse, Vögel, Fische, Libellen, Schmetterlinge u.v.m. Die Erfassungen erfolgen dabei durch einige spezielle Experten, aber es können und sollen auch alle an der Natur und Umwelt Interessierten mitmachen!  Desweiteren sollen auch noch einige Biotope in der näheren Umgebung, z.B. im Neuhöfer Tal, aufgesucht werden.
Vor Ort liegen Netze bereit, mit denen Wassertiere und Insekten gefangen werden können. Daneben werden einige Terrarien und Aquarien aufgestellt, in denen die gefangenen Tiere kurzfristig – damit sie auch keinen Schaden nehmen – ausgestellt und gezeigt werden. Weiterhin kann man sich auch kleine Tiere unter dem Binokular oder dem Mikroskop anschauen, sowie sich mit der Funktionsweise von batcorder oder batdetector – spezielle Geräte zur Erfassung von Fledermäusen – vertraut machen. Da viele Experten für die unterschiedlichsten Pflanzen- und Tiergruppen vor Ort sind, kann man denen bei der Bestimmungsarbeit über die Schulter schauen und sie auch alles zu den gefangenen, gesammelten oder ausgestellten Pflanzen und Tieren fragen.

Die Aktion startet am 13.6. um 10.00 Uhr und endet gegen 22.30 Uhr; die so gewonnenen Daten werden dann auf der Webseite der Aktion, sowie beim Artenfinder und naturgucker eingespeist.

Dienstag, 9. Juni 2015

Spurensuche - "geheime" Orte und Zeichen im Wald

Neuer Rundwanderweg führt zu unscheinbaren Kleinoden im Johanniskreuzer Wald!

Von Michael Leschnig, Landesforsten/Haus der Nachhaltigkeit






Das Haus der Nachhaltigkeit lädt dazu ein, sich ab sofort auf Spurensuche zu begeben. Auf einem rund 7,5 Kilometer langen Weg um den Steinberg südlich von Johanniskreuz wurden 17 großformatige rote Bilderrahmen aufgestellt. Sie konzentrieren die Aufmerksamkeit auf unscheinbare Zeugnisse der Vergangenheit, die Relikte ehemaliger Waldwirtschaft oder aber auf ungewöhnliche Markierungen an Bäumen. 
Ein kostenloses Faltblatt mit kleiner Wanderkarte und kurzen Hinweisen zu den einzelnen Wegestationen ist am Empfang des Hauses der Nachhaltigkeit in Johanniskreuz erhältlich.
Vertiefende Informationen stehen auf der Internetseite des Infozentrums 
(www.hdn-pfalz.de>Wanderweg Spurensuche).



Im Rahmen des neuen Besucherlenkungskonzepts für den gesamten Pfälzerwald hat jetzt auch die Ortsgemeinde Trippstadt ihr Wanderwegenetz reorganisiert.
Ein Aspekt dabei ist die deutliche Ausdünnung der bisherigen  Streckenführung nach dem Prinzip Qualität statt Quantität. Ein weiterer Aspekt ist die Einrichtung von zwei Besucher-Portalen; eines in Trippstadt selbst und ein weiteres am Haus der Nachhaltigkeit. Am Standort Johanniskreuz wurde nun mit der Eröffnung des neuen Wanderwegs Spurensuche der erste Schritt zur konkreten Umsetzung getan. Sobald die bereits zugesagten Fördergelder von der Verwaltung des Biosphärenreservats zugewiesen wurden, soll in diesem Jahr mit der Markierung der übrigen Wege und der Errichtung der beiden Portaltafeln fortgefahren werden. Die insgesamt vier, jetzt schon über 15 Jahre alten Spurensuche-Wege des Forstamts Johanniskreuz, wurden in diesem Zuge vollständig zurückgebaut. 

Der Flyer ist auch bei der Tourist Info Trippstadt erhältlich! 

Flyer Haus der Nachhaltigkeit Johanniskreuz

Mittwoch, 3. Juni 2015

Herzliche Einladung zum Jubiläum der Feuerwehr - 06. und 07. Juni 2015 - Sommerfest









Von Markus Lang - Wehrführer

Die Freiwillige Feuerwehr Trippstadt feiert in diesem Jahr ihr 140-jähriges Bestehen. Hierzu möchten wir mit unserem zweitägigen Sommerfest die Bevölkerung sowie alle Feuerwehrkameraden der Verbandsgemeinde Kaiserslautern-Süd und in den umliegenden Gemeinden einladen, um mit uns dieses Jubiläum zu feiern.
Zum Auftakt zu den beiden Festtagen richtet die Jugendfeuerwehr Trippstadt anlässlich ihres 10-jährigen Bestehens (noch ein Jubiläum!) für alle Jugendfeuerwehren der Verbandsgemeinde am Samstag, dem 06. Juni, ab 15:00 Uhr eine Wanderrallye aus. Am Abend lädt die Feuerwehr Trippstadt und der Feuerwehrförderverein zum Sommerfest mit Musik am Gerätehaus ein.
Am Sonntag (07. Juni) wird nach dem Frühschoppen mit Vorführungen der Rettungshundestaffel und einer Schauübung der Feuerwehreinheit Stelzenberg im Bereich der Technischen Unfallhilfe ein interessantes Programm geboten. Auch Rundfahrten mit dem Feuerwehrfahrzeug für unsere kleinen Gäste sind möglich.


Selbstverständlich können auch die Feuerwehrfahrzeuge und das Gerätehaus den ganzen Tag besichtigt werden. Für das leibliche Wohl ist bestens gesorgt.
Auf Ihren Besuch freut sich die Freiwillige Feuerwehr Trippstadt.