Donnerstag, 28. Mai 2015

Leben an Bach und Teich, an Trippstadts Weihern, Woogen und Bächen im Wonnemonat Mai



Von Hans Wagner

Neben zahlreichen Brunnen und Quellen findet der Wanderer auch eine Anzahl von Weihern und Woogen in den Wäldern um Trippstadt vor. Wie ein dunkles Auge der Erde erscheinen sie dem Betrachter und die Bächlein, die sie speisen, sind die Adern des Waldes! Oft verborgen im grünen Hain und umgeben von einem dichten Kranz von Bäumen, erfüllen diese Gewässer einen wichtigen ökologischen Zweck.
 
Am Oberhammer - Foto Ute Knieriemen-Wagner
Neben selten gewordenen Pflanzenarten finden hier auch eine Reihe bedrohter Vogelarten ein Rückzugsgebiet. Wer die Bergbachstelze kennenlernen will, wird an der Moosalb Glück haben und hier diesen Vogel mit den langen Schwanzfedern und dem markanten gelben Brustgefieder beobachten können. Ihr zartes Liedchen ist sogar im Winter zu hören, wenn das Rauschen der Moosalb es nicht gerade übertönt. Ihr Nest baut sie gerne in eine Felsnische, von denen man im Karlstal zahlreiche vorfindet.

Auch die seltene Wasseramsel findet sich hier ein. Eigentlich ist sie ja gar keine Amsel, sondern ein vergrößerter Zaunkönig! Das verrät uns schon ihr ganzes Gehabe. Das Besondere an ihr: sie schwimmt und taucht vorzüglich und unter Zuhilfenahme ihrer Flügel und Füße dreht sie unter Wasser auf der Suche nach Nahrung kleine Steine um. Ihr Nest entspricht dem eines Zaunkönigs, nur entsprechend größer! Es ist bis auf den Einflug geschlossen, sieht oberflächlich aus wie ein großer Moosklumpen und befindet sich direkt am Wasser. Im Pfälzerwald nistet sie besonders gerne in alten Mauerwehren, die noch aus der Zeit von Trift und Flößerei stammen.

In der Karlstalschlucht hat der Edelkrebs ein Rückzugsgebiet gefunden. Diese Krebsart ist vielerorts bereits ausgerottet durch eine Krankheit, die von amerikanischen Flusskrebsarten eingeschleppt wurde.

 
Karlstalschlucht - Foto Stephan Marx

Aber auch der wandernde Pflanzenliebhaber wird bei einer „Gewässerwanderung“ durch die Trippstadter Wälder voll auf seine Kosten kommen! Besonders im Monat Mai leuchten in den Feuchtgebieten wie den Erlenbruchwäldern die wunderschönen gelben Sumpfdotterblumen. Aber auch zahlreiche andere Wildblumen wie das Sumpfvergissmeinnicht beginnen nun mit der Blüte. 

Sumpfdotterblumen - Foto Ute Knieriemen-Wagner


Schließlich soll der Mai ja der Wonnemonat sein. Doch ist es gar nicht so sicher, ob mit „Wonne“ wirklich die freudige Verzückung, die viele Menschen in dieser Zeit empfinden, gemeint ist. „Wonne“ entstand wohl aus dem Wort „Wunne oder Winne“ was im Altdeutschen „Ackerflur“ bedeutet. Der in Gedichten vielgepriesene Wonnemonat wäre dann der Acker- und Weidemonat! Das Wort Mai kommt vom italienischen Gott „Jupiter Maius“ her, dem Beschützer des Wachstums.

Aber ob Tierfreund oder Pflanzenliebhaber oder einfach auf der Suche nach Ruhe und Erholung, wer jetzt die Gewässer in den Wäldern um Trippstadt aufsucht, wird reichlich belohnt werden!




Montag, 18. Mai 2015

Französischer Abend am Samstag, 23. Mai 2015 ab 17.00 Uhr im Schlosspark Trippstadt



Zum 9. Mal veranstaltet die FWG Trippstadt ein Flammkuchenfest im Schlosspark. Der Samstag vor Pfingsten, in diesem Jahr der 23. Mai, hat in den letzten Jahren viele Gäste in den Schlosspark gelockt.

„Französisches Flair in einem tollen Ambiente“ – so kann man das Flammkuchenfest beschreiben. Beeindruckend sind auch die französischen Chansons der Band „Vis-à-vis“.

Passend dazu werden französische Köstlichkeiten serviert: Neben dem Flammkuchen (süß oder herzhaft) auch Merguez und Käsevariantionen, französische Weine und auch französisches Bier.

Der liebevoll dekorierte Schlosspark ist ein idealer Rahmen für einen stimmungsvollen französischen Abend.

Freitag, 8. Mai 2015

Von Maibräuchen und der Trippstadter Teufelsgeige - Ein volkskundlicher Beitrag zum Monat Mai

Von Hans Wagner


Es ist der Monat der Frühlingsbräuche und Frühlingsfeste. Seinen Namen hat der Mai wohl von dem italischen Gott Iupiter Maius, dem Beschützer des Wachstums, bekommen. Sein altdeutscher Monatsname war Wonnemond. Ob allerdings mit „Wonne“ die freudige Verzückung im Mai gemeint war, ist nicht sicher. Wahrscheinlich geht der Wonnemonat auf die alten Wörter Wunne und Winne zurück, was Ackerflur bedeutet, schließlich steht jetzt alles im üppigsten Grün.




Fotos Ute Knieriemen-Wagner



Man spürt nun schon regelrecht den nahenden Sommer, allerdings erwarten uns Mitte Mai noch einmal drei strenge Wintergestalten: Mamertus, Pankratius und Servatius allgemein als „Eisheilige“ bekannt. Zu ihnen gesellt sich gleich hinterher die „kalte Sophie“. Maitanz, Maibaum, Maibowle gehören zum Brauchtum des Wonnemonats. Viel älter als unser Weihnachtsbaum ist der Maibaum, seine Wurzeln liegen in der frühen Geschichte der Menschheit, als man begann, Vegetationsfeste zu feiern.
Der Brauch, einen Maibaum für das Dorf zu errichten, ist in Deutschland bereits 1225 (Aachen) nachgewiesen, doch kannten ihn schon die Germanen. Das Einholen des Maibaums war eine heilige Handlung. Tacitus berichtet, dass die Germanen den Baum auf einem heiligen Wagen, der von Rindern gezogen wurde, aus dem Walde holten. Später entwickelten sich dabei verschiedene Bräuche: manchmal wurde der Baum bei Nacht geholt, zum Teil zu genau vorgeschriebener Uhrzeit; manchmal musste ihn ein Bursche allein schlagen, manchmal zogen alle Mädchen und Burschen des Dorfes fröhlich singend in den Wald, manchmal war es allein Aufgabe der Jungfrauen, den Maibaum zu holen.

In der Nacht vor dem 1. Mai feiert man das alte Hexenfest Walpurgis. Seit altersher werden in dieser Nacht die Hexen ausgetrieben. Die Wurzeln dieses Festes liegen im keltischen. Am 1.Mai feierten die Kelten ihr Beltaine Fest. Der Name Beltaine bedeutet, „Feuer des Bel“, es ist der Name eines keltischen Gottes. Er evoziert die Vorstellung von Feuer und Luft und markierte das Ende des Winters und den Beginn des Sommers.
Auch Walpurgis ist mit verschiedenen Brauchtumshandlungen verbunden. Noch bis in die 1920er Jahre kam bei Walpurgis in Trippstadt ein besonderes Lärmgerät zum Einsatz: die sogenannte „Deiwelsgei“ (Teufelsgeige) auch „Teufelssschwanz“ oder auch „Waldteufel“ genannt. Der Heimatforscher Prof. Ernst Christmann schrieb darüber: ...“wie ist sie beschaffen? Auf einer Holzlatte wird näher an dem einen Ende eine Herings- oder anderweitige größere Blechbüchse befestigt und darüber spannt man von einem zum anderen Ende der Latte einen oder mehrere Drähte wie die Saiten einer Geige; ein reichlich mit Kerben versehener Stab als Bogen dient zum streichen oder man klopft auf das Lärminstrument... später ist es in Trippstadt zu einem Gerät geworden, das halbwüchsige Knaben auch zu anderen Zeiten des Jahres bei ihren Spielen verwenden.“  Mit diesem Gerät versuchte man also in früheren Zeiten die Hexen zu vertreiben.
Am Pfingstmontag wird in unserer Nachbargemeinde Schmalenberg der „Pfingstquack“ gefeiert. Dieses Fest wurde früher auch in Trippstadt und Mölschbach ausgerichtet. Auch hier haben wir es mit einem alten Vegetationsfest zu tun, dessen Wurzeln wahrscheinlich in der germanischen Mythologie zu suchen sind. Das Fest steht mit einem alten Fruchtbarkeitszauber in Verbindung.Wer sich für altes Brauchtum interessiert, sollte sich den „Pfingstquack“ auf keinen Fall entgehen lassen!
 
Fotos Ute Knieriemen-Wagner




Der Mai ist der Monat des Blühens und der süßen Düfte!
Die Dichter der Romantik beschrieben den Mai als den „trunkenen Monat“, denn das Blut dieses Monats fließt wie Wein, ein Jahrmillionen alter Wein!
Und wenn wir uns in diesem Monat auf eine Wanderung begeben, sind wir wie berauscht von den Düften und frischen Farben die uns umgeben! In den Laubwäldern stehen die Buschwindröschen in voller Blüte. Die Wiesen strotzen vor geballtem Grün. Der „Maibusch“, der dottergelbe Löwenzahn, bestimmt hier den Blütenaspekt. Vogelkirsche und Schlehe streuen ihren Blütenduft in die Landschaft und auch der Wildapfel blüht nun!
Am Trippstadter Schloss blühen die Bäume und Sträucher, die ersten Blätter mit ihrem typischen Maigrün öffnen sich! Wer zu dieser Jahreszeit früh morgens den Schlosspark besucht, wird von einem jubilierenden Vogelkonzert empfangen. Kurz vor der Morgendämmerung ertönt als erstes der Flötensang der Amsel, in den bald Rotkehlchen und Fitislaubsänger mit einstimmen. Aus dem nahe gelegenem Wald erklingt Anfang Mai der Ruf des Kuckucks.
Im Halbschatten der Laubbäume blüht von Mai bis Juni die schwarze Teufelskralle, eine Pflanze, die im Pfälzerwald recht häufig vorkommt, aber außerhalb dieser Landschaft als äußerst selten gilt.
Auch der alte Birnbaum am Weg zu den zwei Steinen steht nun in voller Blüte! Wie viele Jahre schon erfreut er die vorbeikommenden Wanderer mit seiner Blütenpracht! Alt und gebeugt ist er nun, aber immer noch ein Baum, der diesen Platz zu etwas besonderem macht!
Der Wanderer, der Trippstadt im Wonnemonat Mai besucht, wird in den Wäldern und Wiesen die unseren Ort umschließen ein wunderschönes Blütenmeer vorfinden.
Machen Sie sich auf, zu einer Maiwanderung durch die Trippstadter Wälder!

Literatur Verzeichnis:          
Ernst Christmann, Frühlingsbräuche in der Pfalz
G. Frazer, Der goldene Zweig
H. Wagner, Die Eiche in Mythologie und Volkskunde

Mittwoch, 6. Mai 2015

Trippstadt blüht!

Die Apfelbäume rund um Trippstadt stehen in voller Blüte! Auf den Wiesen blühen Butterblumen, Gänseblümchen und Löwenzahn, der Himmel ist blau und es weht ein lauer Wind..........

Alle Fotos Ute Knieriemen-Wagner