Mittwoch, 7. Januar 2015

Winter im Pfälzerwald



Von Hans Wagner

Januar und Februar
Wenn der Winter sein weißes Tuch über die Landschaft geworfen hat, so dass der Schnee die Felder und Wälder bedeckt, sollte der Wanderer sich nicht scheuen durch die klirrende Kälte zu wandern. Ruhig und starr, wie Buddhastatuen stehen nun die Bäume im Wald. Als seien sie in ihrem eigenen Saft erstarrt. Manchmal ertönt das einsame Piepsen eines Vogels aus dem Dickicht, ansonsten herrscht eine geheimnisvolle Stille in der Natur vor. Dennoch wächst bereits neues Leben unter der gefrorenen Erde. Alles wartet anscheinend auf die ersten lauen Vorfrühlungswinde. Auf das Erstarken des Sonnenlichtes. Und der Wanderer weiß: Das erste Grün ist nicht mehr fern. Ja, selbst die erste gelbe Blüte des Huflattichs, kann man mit etwas Glück schon Ende Februar schauen, wenn dieser etwas mild ist.
Winter in Trippstadt - Foto/Copyrights Ute Knieriemen-Wagner


Doch erst müssen wir noch den Januar überwinden.
Sein alter Name ist Hartung. Dies ist darauf zurückzuführen, weil er als kältester Monat des Jahres gilt. Zähflüssig sind seine Tage und so erscheint er uns als längster Monat des Jahres. Ganz langsam aber steigt nun wieder der Saft in den Bäumen. Bis zum 20. Januar, zu „Sebastian und Fabian“, wurde früher die Arbeit des Holzfällens ausgeübt. Bis zu diesem Datum hin galten die Bäume als widerstandsfähig, fest und wasserarm. Auch ein Hinweis darauf, dass unsere Urgroßväter schon ökologisch dachten. Der Name Januar hat etwas mit Tür, Tor und Durchgang zu tun. Ein solcher ist er tatsächlich, schließlich öffnet er die Pforten des neuen Jahres. Abgeleitet von dem lateinischen „Ianuarius“ ist dieser Monat dem Gott Janus geweiht gewesen; diese alte römische und vorrömische Gottheit war für die „Öffnungen“ verantwortlich, eben für Durchgänge, Türen und Tore.

An sonnigen Januartagen können wir jetzt schon die Kohlmeise etwas lauter hören. Man könnte sagen, sie singen noch nicht doch ihre Stimme erscheint uns schon freudiger. Am Nachtsternenhimmel ist nun der Orion das dominierende Sternbild. Aber auch Sirius steht schon zum Sprung bereit.
Der Hartung scheint uns Erstarrung zu bringen und doch, der Wanderer, den es jetzt in die vereiste Natur hinaus zieht, kann einiges beobachten. In Schwärmen fallen manchmal die Bergfinken bei uns ein, für einige Zeit haben sie ihre skandinavische Heimat verlassen, um hier einen „milderen“ Winter zu verbringen. 

 
Winter in Trippstadt - Foto/Copyrights Ute Knieriemen-Wagner

Das lange Warten hat bald ein Ende....
Ein Segen ist es, wenn der Vorfrühling ins Land zieht! In manch seltenem Jahr ist dies schon Ende Februar der Fall. Neben dem schon erwähnten Huflattich können wir vielleicht auch die erste Blüte des Haselstrauchs sehen! Wir finden das weißblühende Schneeglöckchen, dem noch fast zur gleichen Zeit der Märzenbecher folgt. Auch die ersten Frühlingsvorboten unter den Vögeln erscheinen in diesem Monat.
Wer Glück hat, kann nun den Rauhfußbussard, einen seltenen Gast aus der Tundra beobachten. Auch der Hausrotschwanz und die Bachstelze kann man Ende Februar schon sichten. Der gelbe Winterling und die ersten Krokusse erscheinen nun in Garten, Feld und Flur. Wenn der Februar schneefrei ist, kann der Wanderer vielleicht das Hermelin in seinem weißen Winterkleid entdecken. Seine Schwanzspitze allerdings bleibt immer schwarz. Man nennt es auch „Großes Wiesel“, sein Vetter das Mauswiesel legt kein Winterkleid an. In den noch vereisten Pfützen balzen nun die ersten Grasfrösche und künden den Vorfrühling an!
Die Luft wird milder und den Wanderer hält es nun nicht mehr im Haus, er macht sich auf hinaus in die Trippstadter Wälder!

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