Donnerstag, 22. Januar 2015

Die Pflanzen- und Tierwelt im Trippstadter Schlosspark – eine Beobachtung zum Jahreskreislauf im Park

von Hans Wagner


Geschichte und Kultur eines Ortes sind nicht allein in seinen historischen Gebäuden anschaulich, sondern auch in seinen Park- und Gartenanlagen, sowie in seinen Naturdenkmälern. Sie tragen zur Identität und Attraktivität eines Dorfes oder einer Stadt bei. Sie sind keine reinen Kunstwerke sondern aus lebendigen Bausteinen erschaffene Erholungs- und Meditationsräume, die vor allem auch einen hohen ökologischen Wert besitzen, da sie zu Refugien für seltene Pflanzen und Tierarten geworden sind.

Fotos/Copyrights Ute Knieriemen-Wagner
Auch das ewige Kräftespiel von Mutter Natur zeigt sich in solch alten Parkanlagen auf besondere Art. Sei es nun im jahreszeitlichen Wechsel oder in dem naturgegebenen Verfall der Pflanzenwelt, aber auch durch den künstlerischen und arbeitstechnischen Eingriff des Menschen.

Es heißt, das Vorbild aller Gärten sei das Paradies. Die Gemeinde Trippstadt verfügt über solch ein Kleinod, den Trippstadter Schlosspark. Hier finden wir einen wertvollen Bestand von Altbäumen vor. Neben einheimischen Bäumen fallen auch fremdländische Bäume wie Zypresse, Hickory und Schwarznuss ins Blickfeld des Besuchers. Der Altbaumbestand, der eine kleine waldartige Partie im Kontrast zu der großen Parkwiese bildet, bietet einer Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum. Die starken Sandsteinmauern, die den Park umschließen, sind Wohnstatt verschiedener Pflanzen- und Insektenarten.
Fotos/Copyrights Ute Knieriemen-Wagner



Diese wiederum dienen Reptilien, Fledermäusen, Kleinsäugern und Vögeln als Nahrung. Mit dem Auge oft nicht erkennbar, aber für die gesamte Lebensgemeinschaft des Parks höchst bedeutsam, ist die Vielzahl wirbelloser Tiere, die sich zum Beispiel unter dem Laub am Boden, in den Büschen, der Rinde der Altbäume, im Totholz und im Kronenbereich der Bäume aufhalten. Im Vorfrühling und Frühjahr erscheint mit den Frühjahrsgeophythen ein bunter Pflanzenteppich, der mit dem Laubaustrieb wieder vergeht. Anfang April blühen unter den noch laublosen Altbäumen große Mengen an Buschwindröschen, vereinzelt auch der Lerchensporn. Schneeglöckchen und Märzenbecher bilden winzige Inseln. Wer um diese Zeit früh morgens den Schlosspark betritt, wird von einem jubilierenden Vogelkonzert empfangen. Bereits vor der Morgendämmerung ertönt als erstes der Flötensang der Amsel, in den bald Rotkehlchen und Fitislaubsänger mit einstimmen. Aus dem nahe gelegenem Wald erklingt Anfang Mai der Ruf des Kuckucks.

Fotos/Copyrights Ute Knieriemen-Wagner
Das Klopfen von Grün- und Buntspecht hallt aus den Kronen der mächtigen Eichbäume. An diese sind einige Vogelarten gebunden. Im Stammbereich der Bäume kann man regelmäßig Garten- und Waldbaumläufer beobachten, die die Stämme auf Nahrungssuche von unten nach oben ablaufen. Ihnen entgegen läuft oft der Kleiber, der seinen Weg bevorzugt von oben nach unten geht. Kohlmeise, Blau- und Haubenmeise sind Stammgäste im Park aber auch die seltene Weidenmeise kann man hier beobachten. Grauschnäpper, Mönchsgrasmücke und Zaunkönig fühlen sich hier ebenfalls wohl. Scharen von Krähen kommen aus den nahegelegenen Feldern immer wieder mal vorbei.
Foto/Copyrights Ute Knieriemen-Wagner

An den zum Teil mit Buschwerk verwachsenen Sandsteinmauern finden sich Blindschleiche und Eidechse. Hier baut auch die Wildbiene ihr Nest. Ebenso kann man die seltene gelb- schwarz gefärbte Wollbiene, die Pflanzenhaare sammelt, um ihre Niströhre damit auszukleiden, beobachten.

Vom Frühjahr bis in den Herbst hinein finden sich die verschiedenen Schmetterlingsarten ein. Zitronenfalter, Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs, auch die Bläulinge sind regelmäßig hier. Durch das starke Vorkommen des kleinen Sauerampfers kommen auch einige Feuerfalterarten vor, die diese Pflanze als Futterpflanzen bevorzugen. Von Mai bis Juli fliegen die Taubenschwänzchen ein, zu dieser Zeit kann man auch den Nachtkerzenschwärmer, einen besonders geschützten Falter hier beobachten. Dieses Insekt hier im Schlosspark zu beobachten ist eine besondere Freude. Er kann senkrecht von oben nach unten fliegen, genauso gut vorwärts wie rückwärts und wie ein Kolibri vor einer Pflanze stehen bleiben.

Eine alte verlassene Spechthöhle dient einem Hohltauben Paar als Heim. Im Halbschatten der Laubbäume blüht von Mai bis Juni die schwarze Teufelskralle, eine Pflanze, die im Pfälzerwald recht häufig vorkommt, aber außerhalb dieser Landschaft als äußerst selten gilt.

Wir finden im Sommer den Wiesenstorchenschnabel und einige Glockenblumenarten. Im August blüht eine Vielzahl an Habichtskräutern und einige andere Sommerblüher.

Genießen Sie diese Vielfalt an Pflanzen und Tieren bei einem schönen Spaziergang durch den Trippstadter Schlosspark.
Im Frühjahr können Sie auf einer Parkbank die ersten Sonnenstrahlen genießen. Im Sommer bieten kühle Plätze unter den Bäumen Ruhe und Erholung. Im Herbst kann man das Farbenspiel der Bäume bewundern und im Winter bietet ein Rundgang durch den Park den nötigen Ausgleich zur dunklen Jahreszeit.
Das ganze Jahr hindurch ist der Trippstadter Schlosspark einen Besuch wert!



Mittwoch, 7. Januar 2015

Winter im Pfälzerwald



Von Hans Wagner

Januar und Februar
Wenn der Winter sein weißes Tuch über die Landschaft geworfen hat, so dass der Schnee die Felder und Wälder bedeckt, sollte der Wanderer sich nicht scheuen durch die klirrende Kälte zu wandern. Ruhig und starr, wie Buddhastatuen stehen nun die Bäume im Wald. Als seien sie in ihrem eigenen Saft erstarrt. Manchmal ertönt das einsame Piepsen eines Vogels aus dem Dickicht, ansonsten herrscht eine geheimnisvolle Stille in der Natur vor. Dennoch wächst bereits neues Leben unter der gefrorenen Erde. Alles wartet anscheinend auf die ersten lauen Vorfrühlungswinde. Auf das Erstarken des Sonnenlichtes. Und der Wanderer weiß: Das erste Grün ist nicht mehr fern. Ja, selbst die erste gelbe Blüte des Huflattichs, kann man mit etwas Glück schon Ende Februar schauen, wenn dieser etwas mild ist.
Winter in Trippstadt - Foto/Copyrights Ute Knieriemen-Wagner


Doch erst müssen wir noch den Januar überwinden.
Sein alter Name ist Hartung. Dies ist darauf zurückzuführen, weil er als kältester Monat des Jahres gilt. Zähflüssig sind seine Tage und so erscheint er uns als längster Monat des Jahres. Ganz langsam aber steigt nun wieder der Saft in den Bäumen. Bis zum 20. Januar, zu „Sebastian und Fabian“, wurde früher die Arbeit des Holzfällens ausgeübt. Bis zu diesem Datum hin galten die Bäume als widerstandsfähig, fest und wasserarm. Auch ein Hinweis darauf, dass unsere Urgroßväter schon ökologisch dachten. Der Name Januar hat etwas mit Tür, Tor und Durchgang zu tun. Ein solcher ist er tatsächlich, schließlich öffnet er die Pforten des neuen Jahres. Abgeleitet von dem lateinischen „Ianuarius“ ist dieser Monat dem Gott Janus geweiht gewesen; diese alte römische und vorrömische Gottheit war für die „Öffnungen“ verantwortlich, eben für Durchgänge, Türen und Tore.

An sonnigen Januartagen können wir jetzt schon die Kohlmeise etwas lauter hören. Man könnte sagen, sie singen noch nicht doch ihre Stimme erscheint uns schon freudiger. Am Nachtsternenhimmel ist nun der Orion das dominierende Sternbild. Aber auch Sirius steht schon zum Sprung bereit.
Der Hartung scheint uns Erstarrung zu bringen und doch, der Wanderer, den es jetzt in die vereiste Natur hinaus zieht, kann einiges beobachten. In Schwärmen fallen manchmal die Bergfinken bei uns ein, für einige Zeit haben sie ihre skandinavische Heimat verlassen, um hier einen „milderen“ Winter zu verbringen. 

 
Winter in Trippstadt - Foto/Copyrights Ute Knieriemen-Wagner

Das lange Warten hat bald ein Ende....
Ein Segen ist es, wenn der Vorfrühling ins Land zieht! In manch seltenem Jahr ist dies schon Ende Februar der Fall. Neben dem schon erwähnten Huflattich können wir vielleicht auch die erste Blüte des Haselstrauchs sehen! Wir finden das weißblühende Schneeglöckchen, dem noch fast zur gleichen Zeit der Märzenbecher folgt. Auch die ersten Frühlingsvorboten unter den Vögeln erscheinen in diesem Monat.
Wer Glück hat, kann nun den Rauhfußbussard, einen seltenen Gast aus der Tundra beobachten. Auch der Hausrotschwanz und die Bachstelze kann man Ende Februar schon sichten. Der gelbe Winterling und die ersten Krokusse erscheinen nun in Garten, Feld und Flur. Wenn der Februar schneefrei ist, kann der Wanderer vielleicht das Hermelin in seinem weißen Winterkleid entdecken. Seine Schwanzspitze allerdings bleibt immer schwarz. Man nennt es auch „Großes Wiesel“, sein Vetter das Mauswiesel legt kein Winterkleid an. In den noch vereisten Pfützen balzen nun die ersten Grasfrösche und künden den Vorfrühling an!
Die Luft wird milder und den Wanderer hält es nun nicht mehr im Haus, er macht sich auf hinaus in die Trippstadter Wälder!