Donnerstag, 24. Juli 2014

Schlossparkfestival - Vorverkauf läuft noch bis 01.08.2014!

Der Vorverkauf für die Karten zum Schlosspark Festival läuft hier bei uns in der Tourist Info Trippstadt noch bis Freitag 01.08.2014 - 12.00 Uhr.

Preise für die Tickest hier!
Rufen Sie uns an, gerne sind wir bei Fragen für Sie da!!



Wanderung ins Meisertal

von Stephan Marx


Start ist wie üblich die Trippstadter Ortsmitte. Mit der Markierung roter Balken erreichen wir in südwestlicher Richtung bald den Oberhammer mit dem Oberhammerweiher. Hier lenkt ein leuchtend roter Balken den Blick auf die Moosalb und den Zulauf zum Weiher.


Foto Stephan Marx


Auf dem Hinweisschild ist zu lesen: „Wie beruhigend wirkt doch das Plätschern dieses Waldbachs auf die Seele. Gut, dass schon unsere Vorfahren dafür gesorgt haben, dass hier ein artenreicher Wald wächst, der kontinuierlich Wasser speichert und spendet!“
Wir bleiben weiter der Markierung roter Balken treu, der zuerst entlang der Moosalb mit dem Pfälzer Waldpfad in Richtung Johanniskreuz verläuft. In der Höhe des Haukenbrunnens, der Teichanlage des Angelsportvereins Karlstal, verlassen wir den Pfälzer Waldpfad. In südlicher Richtung laufen wir auf die Landstraße zu und queren diese.
Nun biegen wir ins Moosalbtal ein. Auch am Blickerweiher, dem Weiher an Anfang dieses Tales steht ein roter Bilderrahmen, der auf das Gewässer hinweist.
Der breite Schotterweg führt Sie direkt zum Meiserhof, wir empfehlen aber einen kleinen Umweg. Die Strompfosten links am Wegesrand sind durchgängig nummeriert. Zwischen Pfosten 18 und 19 zweigt rechts über den Damm eines verlandenden Weihers (Wolfenweiher) ein mit einem Handlauf versehener Pfad ab. Folgen Sie diesem an einer in die Jahre gekommen Sitzgruppe vorbei und steigen Sie den Pfad weiter folgend zur Kreisstraße in Richtung Schmalenberg an.
Bevor Sie die Straße erreichen, biegen Sie links in den Waldweg ein. Am nächsten Weiher (Lützelweiher) halten Sie sich immer links und erreichen so den Meisertalweiher.
Nach diesem Weiher verführt uns der Weg, zum breiten Schotterweg zurückzukehren. Bleiben Sie standhaft und halten Sie sich geradeaus auf einem leicht ansteigenden Weg. Dieser Weg führt Sie nun im weiteren Verlauf einmal komplett um den Meiserhof herum. Immer wieder ergeben sich schöne Blick auf die Koppeln und das alte Forsthaus Meisertal, das heute das Gestüt Meiserhof beherbergt.
Rund einen Kilometer nach dem Meisertalweiher erreichen wir den nächsten Weiher mit Namen „Meiserspringweiher“. Hier treffen wir wieder auf unsere Markierung roter Balken, die nach rechts als Europäischer Fernwanderweg weiter bis in die Vogesen führt.
Laufen Sie den roten Balken nach links (nördliche Richtung) wieder dem Gestüt Meiserhof entgegen. Hier besteht die Möglichkeit zu einer stimmungsvollen Einkehr.



 
Meiserhof - Foto Stephan Marx


Zurück laufen Sie mit dem roten Balken wieder bis zum Oberhammerweiher, wo Sie den markierten Wanderweg vor dem Weiher verlassen und nach rechts den als Mountainbiketour markierten Weg ins Kottelbachtal wandern.
Am Camping-Freizeitzentrum Sägmühle erreichen wir mit dem Sägmühlweiher den letzten großen Weiher der Wanderung und die Gartenwirtschaft bietet sich für eine zweite Rast an. Das gelbgrüne Kreuz führt Sie zurück zum Ausgangspunkt der Wanderung.
Diese Tour ist 12,8 km lang und die Gehzeit für die Wanderung beträgt etwa 3:30 Stunden. Eine Kurztour ist ab dem Parkplatz Oberhammer möglich und etwa 8,5 km lang.
Kartenempfehlung: Topographische Karte mit Wanderwegen, Naturpark Pfälzerwald Blatt 5 oder die Wanderkarte der Verbandsgemeinde Kaiserslautern-Süd, beide in der Tourist Info Trippstadt erhältlich.

Dienstag, 8. Juli 2014

Wandern als Lebensphilosophie



von Hans Wagner
Ambulator nascitur non fit

Es war Goethe der den Spruch prägte: „Nur wo du zu Fuß warst, warst du wirklich“. Goethe wollte mit diesem Satz einfach aussagen, dass eine bewusste Wanderung weitaus mehr Eindrücke in uns hinterlässt, als das Reisen in der Kutsche, heute würden wir sagen, als das Reisen im Auto.

Mit Sicherheit nimmt man die Landschaft bewusster wahr wenn man sie erwandert. Durch eine Landschaft zu Wandern hat etwas mit Erfahren zu tun, ich „er – fahre“ die Landschaft. Während einer Wanderung teilt sich mir die Landschaft mit. So ist Wandern auch eine Beschäftigung mit dem eigenen Geist. Während des bewussten Gehens tritt der Moment ein, in dem Geist und Körper eine Harmonie bilden und man spürt alsbald eine Ganzheitlichkeit in sich.
In früheren Zeiten, bevor die ersten Eisenbahnen fuhren, war Laufen und Wandern etwas ganz alltägliches. Nur wohlhabende Menschen konnten es sich leisten sich mit der Kutsche oder dem Pferd von Ort zu Ort zu bewegen, die einfache Bevölkerung musste laufen. Die Wege und Straßen waren damals noch Orte der Kommunikation. Man tauschte sich aus, erfuhr an Brunnen und Dorfplätzen Neues und trug so die Nachrichten in die Städte und Dörfer.
Es war ein buntes Volk das damals die Straßen und Wege bevölkerte. Bauern und Tagelöhner, auf dem Weg zum Feld und zur Arbeit. Viehtreiber, Packesel- und Ochsenführer. Bettler, Viehhändler und Hausierer. Kleine Geschäftsleute die Besen, Schnürsenkel, Schuhe, Uhren, Kräuter, Glas, Bürsten und andere Artikel zu ihren Kunden brachten. Ein buntes Völkchen in bunten Kleidern. Manche hatten aus Leinen genähte sogenannte Quer- oder Zwerchsäcke auf dem Rücken. Andere trugen hölzerne mit Waren beladene Traggestelle, die der Volksmund „Huchen“ oder „Hürdeln“ nannte. Frauen trugen Körbe, sogenannte „Kiezen“ auf dem Kopf.
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts tauchten die ersten „Bildungs-reisenden“ auf den Straßen auf. Studenten, Künstler und Reiseschriftsteller, die auf diese Weise Land und Leute kennen lernten und in ihren Büchern über ihre Erfahrungen während des Wanderns berichteten. Zwischen diesem Fußvolk tauchte immer wieder der „Landbote“ auf, der Briefe, Dokumente und Geld zu Geschäfts- und Privatleuten brachte.
Gegenüber uns Heutigen waren die Laufleistungen dieser Menschen mehr als erstaunlich.
Ulrich Bräker (1735 – 1798) marschierte 1756, in preußische Dienste gezwungen, 800 Kilometer von Rottweil nach Berlin, in ca. 24 Tagen. Er bewältigte ungefähr 33. Kilometer am Tag.
Der aus Frankfurt stammende Soldat Johann Konrad Friederich (1789 – 1858) marschierte 1805 die 33 Kilometer von Dürkheim nach Kaiserslautern in einem Tag. Von Lautern nach Landstuhl lief er in 3. Stunden.
Johann Friedrich Bruch (1792 – 1874) aus Pirmasens lief mit einem Mitstudenten im Oktober 1811 zu Beginn des Wintersemesters in zwei Tagen nach Straßburg - rund 100 Kilometer - „unter beständigem Regenwetter bis auf die Haut durchnässt“.
Etwas bescheidener waren die Laufleistungen von Friedrich Blaul (1809 – 1863) wie in seinen „Träumen und Schäumen vom Rhein“ nachzulesen ist. Sein Tagespensum betrug rund 20 Kilometer (Neustadt – Frankenstein; Frankenstein – Kaiserslautern). Von Kaiserslautern nach Trippstadt allerdings benutzte er die Mitfahrgelegenheit auf einem Fuhrwerk.
Der Meister auf „Schusters Rappen“ war zweifelsohne der Bildungsreisende Johann Gottlieb Seume (1763 – 1810). In seinen Erinnerungen schildert er wie er 1802 von Grimma bei Leibzig nach Syracus in Südsizilien wanderte. Diese Strecke ist ungefähr 2300 Kilometer weit und er brauchte zu Fuß vier Monate dazu. In weiteren fünf Monaten bewältigte er den Rückmarsch, zur Abwechslung über Paris, Straßburg und Frankfurt. Er lief seine Wege in den gleichen, immer wieder frisch besohlten Stiefeln. Zur Verminderung des Gepäckgewichtes trug bei, dass er einige seiner mitgeführten Bücher, meist klassische Autoren nach der Lektüre, ganz oder Blattweise wegwarf. Sein 1803 gedrucktes Buch „Spaziergang nach Syracus“ wurde zu einem Bestseller.
Ambulator nascitur non fit: „Spaziergänger kann man nicht werden, man ist es durch Geburt“. Schrieb der vielleicht leidenschaftlichste Wanderer der Weltliteratur, H.D. Thoreau, in seinem Essay „Vom Wandern“. Und setzte unter diesen Satz die Gedanken: „Ich glaube, das ich meine körperliche und geistige Gesundheit nur bewahre, in dem ich täglich mindestens vier, gewöhnlich jedoch mehr Stunden damit verbringe, absolut frei von allen Forderungen der Welt durch den Wald und über Hügel und Felder schlendere“.

Natürlich kann sich heute der Großteil der Menschen nicht mehr so seinen Alltag verbringen wie das Seume oder Thoreau taten, aber das man sich hin und wieder den „Luxus“ einer größeren Wanderung gönnt, das kann sich fast jeder leisten. Am besten auch wieder im Sinne Thoreaus: „Bei meinen Nachmittags-spaziergängen möchte ich meine morgendliche Beschäftigungen und meine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft vergessen“.

Wirkliches Wandern ist eine Lebensphilosophie.


An der Moosalb - Foto Michael Raka Weckerle

Sonnenaufgang über dem Pfälzerwald - Foto Michael Raka Weckerle