Mittwoch, 18. Juni 2014

Steine und Felsen in Trippstadt

von Hans Wagner



Neben den großen mächtigen Bäumen sind es vor allem archaisch anmutende Felsen, die dem Spaziergänger bei einer Wanderung im Trippstadter Wald auffallen.

Es sind vor allem die Karlstalschichten des Buntsandsteins, die wir in den Wäldern um Trippstadt antreffen.
Wegen des Wasser- und Waldreichtums dieser Landschaft blühte einst in Trippstadt die Eisenindustrie, die hier in früherer Zeit eine große Bedeutung hatte. Fürstinnen und Fürsten waren hier zu Besuch, wie wir es auf den Gedenktafeln z.B. an der historischen Amseldell, lesen können.
Die Erze wurden mit Fuhrwerken herbeigeschafft. Das Holz des Waldes lieferte die Holzkohle, die man zur Gewinnung des Eisens verwendete. Das Wasser der Weiher trieb die Mühlräder, diese bewegten die Hammerwerke, welche den Stahl härteten. Daher heißen die Weiher noch heute „Oberer-, Mittlerer- und Unterer Hammer“. Bei einer Wanderung entlang dieser Weiher begegnen dem Besucher immer wieder markante Felsgebilde, die als Sinnbilder des Beständigen und Unvergänglichen erscheinen.

Vor allem im Karlstal sind sie uns allgegenwärtig und modellieren das romantische Antlitz dieser Landschaft. Der bizarre Formenreichtum mit seinen Felswänden und Felstürmen hat schon in ältesten Zeiten die Phantasie der Bewohner dieser Wälder angeregt, sodass sich um manchen Felsen ein Sagenschatz angesammelt hat.

Steine kennen kein Alter und keine Verwesung, da sie zeitlos sind. Das Geheimnis ihres Werdens, umflossen vom Hauch der Geschichte, fasziniert jede neue Generation.
In den grünen, bemoosten Steinblöcken finden sich immer wieder weiß schimmernde Kieselsteine, die wie die Knospen eines geheimnisvollen Lichtlebens in die Vergangenheit scheinen.
Es ist nur Oberfläche, wenn uns Steine und Felsen als starre, leblose und daher uninteressante Materie erscheinen. Es ist gerade die Verbindung von mächtigen Felsen, grünen Wäldern und klaren Gewässern, die die Trippstadter Landschaft für Wanderer so reizvoll macht!

 
Burg Wilenstein bei Trippstadt - Zeichnung/Copyrights Ute Knieriemen-Wagner

Selbst noch in behauenem Zustand liegt ein unwirklicher, noch heute unbeschworener Zauber über den Steinen. So erzählen das Trippstadter Barockschloss und die Burg Wilenstein ihre eigenen Geschichten.
Die ganze süße Schwermut der Vergänglichkeit umweht diese tief in sich ruhenden Steinfassaden.


Der Wanderer, der sich bei diesen Steinen eine Ruhepause gönnt, wird alsbald in die Geschichte ihrer zeitfernen Geheimnisse eintauchen!


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