Freitag, 9. Mai 2014

Der Menhir von der Breitenau - Gedanken zu einem alten Stein

Von Hans Wagner



Um alte Steine ranken sich meist Geschichten, Märchen und Sagen. Die Geschichten die man sich einst um den hier beschriebenen Menhir erzählte sind lange schon vergessen. Und so steht dieser „lange Stein“, dies bedeutet das Wort Menhir, einsam im Wald bei der Breitenau.


Die kleine Siedlung Breitenau ist eine Annexe der Gemeinde Stelzenberg. Dass dieser uralte Stein von Menschen errichtet wurde, davon können wir mit Sicherheit ausgehen. Der Stein ist aus rotem Sandstein, wie er in dieser Umgebung vorkommt.
Seine Abmessungen sind folgende: Höhe zum Hang 1,25m, zum Berg 1,15m, Breite und Dicke am Boden 65x35cm, an der Spitze 58 x 26cm. Dem pfeilartigen Stein entströmt etwas archaisches, aber man muss ihn wohl in keltischer Zeit ansiedeln. Warum der Stein gerade hier steht, lässt sich leider nicht mehr einordnen. 20 m östlich des Berges befindet sich ein Hügel der einem Gräberfeld ähnelt. Er wurde allerdings nie archäologisch untersucht. Würde es sich um ein Gräberfeld handeln, dann könnte man den Stein dem Totenkult zuordnen.
Es wäre auch möglich, dass wir einen schon zur Römerzeit gesetzten Grenzstein vor uns haben. Denn der an den Menhir angrenzende Flurname heißt Breitfeld und dieses Wort bedeutet eine nach römischem Muster vermessene Flur. Der ganze Bezirk war von den Römern in gleich große Rechtecke eingeteilt. So kann auch nicht ausgeschlossen werden, dass die heutige Annexe Breitenau, bereits in gallo – römischer Zeit als Hofgut bestanden hat.
Der alte Hohlweg, der von der Breitenau aus auf die Höhe zum Breitfeld, auch Bergfeld genannt, führt, kann durchaus eine Höhenstraße darstellen, da an der Breitenau auch ein uralter Keltenweg von der Sickinger Höhe kommend vorbeiführt. Den Hohlweg finden wir östlich des letzten Hauses der Breitenau.
Wenn wir diesen bis zum Berg- bzw. Breitfeld laufen, geht nach einigen Meter rechts ein kleiner Pfad in den Wald. Ein in Stein gemeißelter Hinweis zeigt uns hier den Weg! Nach ca. 150 m stehen wir vor dem Menhir.

Wenn man die weitere Umgebung der Breitenau vorgeschichtlich betrachtet findet man weitere Zeugnisse aus der keltischen Zeit. So stand beim Dansenberger Friedhof einst auch ein Menhir und in Hohenecken stand eine Jupitergigantensäule.

Auf irgendeine Weise haben die Menhire miteinander in Verbindung gestanden, auf welche, ist in den Nebeln der Zeit verborgen. Aber ihre mystische Ausstrahlung haben sich diese alten Steine bis heute erhalten!

Foto/Copyrights Stephan Marx

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