Dienstag, 13. Mai 2014

Internationaler Museumstag am 18. Mai 2014 - Eröffnung Sonderausstellung: Eine Zeitreise zu den Kelten







Eisenhüttenmuseum Trippstadt
Sonderausstellung: Eine Zeitreise zu den Kelten

„Eine Zeitreise zu den Kelten“ heißt die diesjährige Sonderausstellung im Eisenhüttenmuseum Trippstadt.

Neben Fotos und Textmaterialien werden einige Original-Exponate aus keltischer Zeit (Hallstatt und La Tene) zu sehen sein. Alle 6 – 8 Wochen sollen die Exponate ausgewechselt und durch neue ergänzt werden. Im Laufe des Ausstellungsjahres werden so verschiedene Präsentationen wie Schwerter, Schmuck, Haushaltsgegenstände gezeigt werden. Studenten der Technischen Universität Kaiserslautern bauen ein Modell eines keltischen Rennofens, der in der Ausstellung besichtigt werden kann.

So wird das „Trippstadter Eisenhüttenmuseum“ ein Jahr lang zu einer Stätte des Forschens. Sinn der Sonderausstellung ist es u.a. einen Fundus an Wissen aus der keltischen und gallo – römischen Zeit unserer Region zusammen zu tragen.
Im Ausstellungsjahr 2014 legt das Eisenhüttenmuseum großen Wert auf die Zusammenarbeit mit Schulen. So findet im Juli eine Projektwoche mit Schülern statt, in der es „rund um das Eisenhüttenmuseum“ um das Alltagsleben der Kelten geht. Schüler verschiedener Schulen aus Kaiserslautern und unserem Landkreis erstellen Collagen und Modelle zum Thema.


Die Sonderausstellung wird anlässlich des Internationalen Museumstages am 18. Mai 2014 um 14.00 Uhr eröffnet. Im Rahmen der Eröffnung findet eine Schmiedevorführung in der historischen Schmiede Huber statt, bei der ein keltisches Schmuckstück geschmiedet wird.

Zur Eröffnung der Sonderausstellung sind Interessierte herzlich eingeladen.

Hans Wagner
Eisenhüttenmuseum Trippstadt 





Internationaler Museumstag
18. Mai 2014
Eisenhüttenmuseum Trippstadt

„Sammeln verbindet“ ist das Motto des diesjährigen Museumstages
Ziel dieses Tages ist es, auf die Vielfältigkeit und das breite Spektrum der ca. 6500 Museen in Deutschland aufmerksam zu machen!
Das Motto „Sammeln verbindet“ soll die Museumssammlungen in den Mittelpunkt stellen und die Möglichkeit geben diese mit der Gegenwart und anderen Ausstellungen in Verbindung zu bringen!
Zwischen der Sonderausstellung „Eine Zeitreise zu den Kelten“ und der Dauerausstellung im Eisenhüttenmuseum Trippstadt, gibt es die Verbindung zwischen den Kelten und der Eisenverhüttung!

Zeitinsel Museum - das Museum als Ortsgedächtnis





Von Hans Wagner

Museen sollten Stätte von Forschung, Experiment, Diskussion und Bildung sein. Vor allem sollte das Museum „kinderfreundlich“ sein und Angebote für Jugendliche bieten, so dass auch sie den Weg zum Museum finden. Während in unserer Gesellschaft die Märkte immer härter umkämpft werden und die „Ellenbogenmentalität“ täglich stärker um sich greift, kommt auf das Museum eine weitere Aufgabe zu: die einer „Zeitinsel“.

Die Aufgabe eines zeitgenössischen Heimat- und Regionalmuseums darf sich nicht allein auf das Aufbewahren beschränken sondern muss ein Ort der Aufbewahrung und Verarbeitung von Geschichte sein. Schließlich ist Geschichte schlicht ausgedrückt der Inbegriff all dessen, was Menschen hervorbringen. Die Darstellung der Alltagsgeschichte der „einfachen Menschen“ ist daher von äußerster Wichtigkeit, ohne dass dabei die historischen Gegebenheiten außer acht gelassen werden dürfen.

Immanuel Kant schrieb einmal über seine Geschichtsauffassung: „Man kann die Geschichte der Menschengattung im großen als die Vollendung eines verborgenen Planes der Natur ansehen, um ein innerlich und zu diesem Zweck auch äußerlich vollkommene Staatsverfassung zu Stande zu bringen, als den einzigen Zustand, in welchem sie alle ihre Anlagen in der Menschheit vollkommen entwickeln kann“.

Das Museum ist vor allen Dingen der Ort, wo wir unsere Kulturgüter aus der Vergangenheit aufbewahren. In diesen Kulturgütern gibt es einen noch größeren Schatz zu entdecken: den Weg des Menschen zu Vernunft und Demokratie.
Wenn das Museum eine Zeitinsel ist, so liegt seine Heimat zwischen Vergangenheit und Zukunft, also in der Gegenwart.

Museen sollen so etwas wie ein Ortsgedächtnis sein. Die Wirtschafts- und Sozialgeschichte einzelner Berufs- und Bevölkerungsgruppen wie die der Eisenhüttenarbeiter, Waldbauern, Schmiede, Leineweber u. a. (hier als Beispiel für die Region Trippstadt) muss gerade in einem kleinen Themenmuseum wie dem Trippstadter Eisenhüttenmuseum noch vertiefter zur Sprache kommen. So sollte die Rolle der Frauen in dieser Zeit intensiver hervorgehoben werden, ihre harte Arbeit, ihre Diskriminierung muss als historische Wirklichkeit deutlich gemacht werden.

Das Museum hat einen gesellschaftlichen Auftrag, dieser kann aber nicht allein im Sammeln und Bewahren liegen sondern es muss auch Vermitteln.

Selbst das kleinste Museum muss heute Museumspädagogisch ausgerüstet sein. So ist die Einbeziehung audiovisueller Medien für jedes Museum von außerordentlicher Wichtigkeit. Wir finden heute wohl kaum noch eine Wohnung, in die der Computer nicht Einzug gehalten hat, doch jede Menge Museen ohne zeitgenössische Medien, die vor allem für ein jüngeres Publikum wichtig sind.

Sonder- und Wechselausstellungen sind auch für das kleinste Museum Pflicht. So sollte einmal im Jahr eine kleine Sonderausstellung hergerichtet werden und mindestens zweimal im Jahr eine Wechselausstellung. Hier genügt es schon, wenn die Exponate einer Vitrine einfach einmal mit Leihgaben eines anderen Museums gefüllt werden.

Das kleine Themen- oder Heimatmuseum, wie das Eisenhüttenmuseum Trippstadt, ist eine Zeitinsel, denn der Besucher will sich ja als „Zeitreisender“ fühlen aber vor allem sollte es das Ortsgedächtnis eines Dorfes, einer Stadt oder einer Region sein. Denn eine der Hauptaufgaben des Museums ist es, Geschichtsbewusstsein bei den Besuchern zu fördern. Geschichtsbewusstsein heißt nicht Rückgewandtheit oder Sehnsucht nach der Vergangenheit, sondern es ist das Bemühen um die Erkenntnis dessen, was uns zu dem gemacht hat, was wir heute sind. Dies müssen wir uns immer vor Augen halten. Dies ist eine der gesellschaftlichen Aufgaben auch des kleinsten Museums.


Freitag, 9. Mai 2014

Der Menhir von der Breitenau - Gedanken zu einem alten Stein

Von Hans Wagner



Um alte Steine ranken sich meist Geschichten, Märchen und Sagen. Die Geschichten die man sich einst um den hier beschriebenen Menhir erzählte sind lange schon vergessen. Und so steht dieser „lange Stein“, dies bedeutet das Wort Menhir, einsam im Wald bei der Breitenau.


Die kleine Siedlung Breitenau ist eine Annexe der Gemeinde Stelzenberg. Dass dieser uralte Stein von Menschen errichtet wurde, davon können wir mit Sicherheit ausgehen. Der Stein ist aus rotem Sandstein, wie er in dieser Umgebung vorkommt.
Seine Abmessungen sind folgende: Höhe zum Hang 1,25m, zum Berg 1,15m, Breite und Dicke am Boden 65x35cm, an der Spitze 58 x 26cm. Dem pfeilartigen Stein entströmt etwas archaisches, aber man muss ihn wohl in keltischer Zeit ansiedeln. Warum der Stein gerade hier steht, lässt sich leider nicht mehr einordnen. 20 m östlich des Berges befindet sich ein Hügel der einem Gräberfeld ähnelt. Er wurde allerdings nie archäologisch untersucht. Würde es sich um ein Gräberfeld handeln, dann könnte man den Stein dem Totenkult zuordnen.
Es wäre auch möglich, dass wir einen schon zur Römerzeit gesetzten Grenzstein vor uns haben. Denn der an den Menhir angrenzende Flurname heißt Breitfeld und dieses Wort bedeutet eine nach römischem Muster vermessene Flur. Der ganze Bezirk war von den Römern in gleich große Rechtecke eingeteilt. So kann auch nicht ausgeschlossen werden, dass die heutige Annexe Breitenau, bereits in gallo – römischer Zeit als Hofgut bestanden hat.
Der alte Hohlweg, der von der Breitenau aus auf die Höhe zum Breitfeld, auch Bergfeld genannt, führt, kann durchaus eine Höhenstraße darstellen, da an der Breitenau auch ein uralter Keltenweg von der Sickinger Höhe kommend vorbeiführt. Den Hohlweg finden wir östlich des letzten Hauses der Breitenau.
Wenn wir diesen bis zum Berg- bzw. Breitfeld laufen, geht nach einigen Meter rechts ein kleiner Pfad in den Wald. Ein in Stein gemeißelter Hinweis zeigt uns hier den Weg! Nach ca. 150 m stehen wir vor dem Menhir.

Wenn man die weitere Umgebung der Breitenau vorgeschichtlich betrachtet findet man weitere Zeugnisse aus der keltischen Zeit. So stand beim Dansenberger Friedhof einst auch ein Menhir und in Hohenecken stand eine Jupitergigantensäule.

Auf irgendeine Weise haben die Menhire miteinander in Verbindung gestanden, auf welche, ist in den Nebeln der Zeit verborgen. Aber ihre mystische Ausstrahlung haben sich diese alten Steine bis heute erhalten!

Foto/Copyrights Stephan Marx