Montag, 17. Februar 2014

Die Pflanzen- und Tierwelt im Trippstadter Schlosspark – eine Beobachtung zum Jahreskreislauf im Park



 Von Hans Wagner
Geschichte und Kultur eines Ortes sind nicht allein in seinen historischen Gebäuden anschaulich, sondern auch in seinen Park- und Gartenanlagen, sowie in seinen Naturdenkmälern. Sie tragen zur Identität und Attraktivität eines Dorfes oder einer Stadt bei. Sie sind keine reinen Kunstwerke sondern aus lebendigen Bausteinen erschaffene Erholungs- und Meditationsräume, die vor allem auch einen hohen ökologischen Wert besitzen, da sie zu Refugien für seltene Pflanzen und Tierarten geworden sind.

Auch das ewige Kräftespiel von Mutter Natur zeigt sich in solch alten Parkanlagen auf besondere Art. Sei es nun im jahreszeitlichen Wechsel oder in dem naturgegebenen Verfall der Pflanzenwelt, aber auch durch den künstlerischen und arbeitstechnischen Eingriff des Menschen.

Es heißt, das Vorbild aller Gärten sei das Paradies. Die Gemeinde Trippstadt verfügt über solch ein Kleinod, den Trippstadter Schlosspark. Hier finden wir einen wertvollen Bestand von Altbäumen vor. Neben einheimischen Bäumen fallen auch fremdländische Bäume wie Zypresse, Hickory und Schwarznuss ins Blickfeld des Besuchers. Der Altbaumbestand, der eine kleine waldartige Partie im Kontrast zu der großen Parkwiese bildet, bietet einer Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum. Die starken Sandsteinmauern, die den Park umschließen, sind Wohnstatt verschiedener Pflanzen- und Insektenarten.


Diese wiederum dienen Reptilien, Fledermäusen, Kleinsäugern und Vögeln als Nahrung. Mit dem Auge oft nicht erkennbar, aber für die gesamte Lebensgemeinschaft des Parks höchst bedeutsam, ist die Vielzahl wirbelloser Tiere, die sich zum Beispiel unter dem Laub am Boden, in den Büschen, der Rinde der Altbäume, im Totholz und im Kronenbereich der Bäume aufhalten. Im Vorfrühling und Frühjahr erscheint mit den Frühjahrsgeophythen ein bunter Pflanzenteppich, der mit dem Laubaustrieb wieder vergeht. Anfang April blühen unter den noch laublosen Altbäumen große Mengen an Buschwindröschen, vereinzelt auch der Lerchensporn. Schneeglöckchen und Märzenbecher bilden winzige Inseln. Wer um diese Zeit früh morgens den Schlosspark betritt, wird von einem jubilierenden Vogelkonzert empfangen. Bereits vor der Morgendämmerung ertönt als erstes der Flötensang der Amsel, in den bald Rotkehlchen und Fitislaubsänger mit einstimmen. Aus dem nahe gelegenem Wald erklingt Anfang Mai der Ruf des Kuckucks.

Das Klopfen von Grün- und Buntspecht hallt aus den Kronen der mächtigen Eichbäume. An diese sind einige Vogelarten gebunden. Im Stammbereich der Bäume kann man regelmäßig Garten- und Waldbaumläufer beobachten, die die Stämme auf Nahrungssuche von unten nach oben ablaufen. Ihnen entgegen läuft oft der Kleiber, der seinen Weg bevorzugt von oben nach unten geht. Kohlmeise, Blau- und Haubenmeise sind Stammgäste im Park aber auch die seltene Weidenmeise kann man hier beobachten. Grauschnäpper, Mönchsgrasmücke und Zaunkönig fühlen sich hier ebenfalls wohl. Scharen von Krähen kommen aus den nahegelegenen Feldern immer wieder mal vorbei.

An den zum Teil mit Buschwerk verwachsenen Sandsteinmauern finden sich Blindschleiche und Eidechse. Hier baut auch die Wildbiene ihr Nest. Ebenso kann man die seltene gelb- schwarz gefärbte Wollbiene, die Pflanzenhaare sammelt, um ihre Niströhre damit auszukleiden, beobachten.

Vom Frühjahr bis in den Herbst hinein finden sich die verschiedenen Schmetterlingsarten ein. Zitronenfalter, Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs, auch die Bläulinge sind regelmäßig hier. Durch das starke Vorkommen des kleinen Sauerampfers kommen auch einige Feuerfalterarten vor, die diese Pflanze als Futterpflanzen bevorzugen. Von Mai bis Juli fliegen die Taubenschwänzchen ein, zu dieser Zeit kann man auch den Nachtkerzenschwärmer, einen besonders geschützten Falter hier beobachten. Dieses Insekt hier im Schlosspark zu beobachten ist eine besondere Freude. Er kann senkrecht von oben nach unten fliegen, genauso gut vorwärts wie rückwärts und wie ein Kolibri vor einer Pflanze stehen bleiben.

Eine alte verlassene Spechthöhle dient einem Paar Hohltauben als Heim. Im Halbschatten der Laubbäume blüht von Mai bis Juni die schwarze Teufelskralle, eine Pflanze, die im Pfälzerwald recht häufig vorkommt, aber außerhalb dieser Landschaft als äußerst selten gilt.

Wir finden im Sommer den Wiesenstorchenschnabel und einige Glockenblumenarten. Im August blüht eine Vielzahl an Habichtskräutern und einige andere Sommerblüher.

Genießen Sie diese Vielfalt an Pflanzen und Tieren bei einem schönen Spaziergang durch den Trippstadter Schlosspark.
Im Frühjahr können Sie auf einer Parkbank die ersten Sonnenstrahlen genießen. Im Sommer bieten kühle Plätze unter den Bäumen Ruhe und Erholung. Im Herbst kann man das Farbenspiel der Bäume bewundern und im Winter bietet ein Rundgang durch den Park den nötigen Ausgleich zur dunklen Jahreszeit.
Das ganze Jahr hindurch ist der Trippstadter Schlosspark einen Besuch wert!

 
Fotos Ute Knieriemen-Wagner

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