Donnerstag, 11. Juli 2013

Vogelleben in Trippstadt

von Hans Wagner


Vögel kann man überall beobachten, eine ganze Reihe jedenfalls, dies mag auch der Hauptgrund sein weshalb die Ornithologie (Vogelkunde) so viele Freunde gewonnen hat

Die Ornithologie war schon immer die Wissenschaft der Amateure und die wenigsten Vogelkundler sind berufsbezogene Zoologen sondern Menschen, die fasziniert das Leben der Vögel beobachten. Der erste große Ornithologe war der Stauferkaiser Friedrich der zweite. Bekannt als ein Meister der Beizjagd, worüber er ja ein sehr berühmtes Werk verfasst hat, besaß er sehr umfangreiche Kenntnisse über Vögel und ihre Lebensweise. So wies er als erster nach, dass der Kuckuck ein Brutschmarotzer ist und Straußeneier nicht von der Sonne ausgebrütet werden, wie man damals annahm.
 
Zeichnung/Copyrights Ute Knieriemen-Wagner

Trippstadt mit seinen umgebenden Wäldern, mit Wiesen und Feldern, mit seinen natürlichen Feuchtgebieten, bietet die ideale Voraussetzung für das Beobachten von Vögeln in ihrem natürlichen Lebensraum. Je größer die Artenvielfalt in einem Ökosystem ist, desto stabiler ist es und mit schrumpfender Fläche der natürlichen Lebensräume wird die Zahl der Arten unwiderruflich sinken. Da Trippstadt wegen seiner natürlichen Umgebung jährlich sehr viele Touristen anzieht, ist man darauf bedacht diese natürliche und vielfältige Landschaft zu erhalten, was somit auch unserer heimischen Vogelwelt zu gute kommt. Man kann also sagen, aus Gründen der Nützlichkeit versucht man hier möglichst viele Zipfel der Lebensvielfalt zu bewahren.

Mit ein wenig Glück kann der aufmerksame Beobachter den farbenfrohen Flug des Eisvogels im Karlstal beobachten. Die Wasseramsel bekommt er bestimmt hier zu sehen, wenn er nur ein wenig Geduld mitbringt. Beide Vogelarten benötigen für ihr Überleben saubere klare Bäche, die ihnen in der Umgebung von Trippstadt geboten werden. Bach – und Schafstelze haben hier vorübergehend ihr Sommerdomizil aufgeschlagen. Aber auch die Gebirgsstelze wurde hier schon gesichtet. Diese Vogelarten bevorzugen als Nistgelegenheit natürliche Bäche mit steinigen Ufern, womit sie hier wahrlich verwöhnt werden. 

An den Waldrändern trifft man auf ein reges Vogelleben, auf pflanzenfressende Vögel wie die Hohltaube, lauert hier auch immer wieder der Habicht. Die Weidenmeise, ein scheuer Vogel finden wir in den Erlenbrüchen von denen sich einige im Neuhöfertal befinden. Hier können wir auch die Mönchsgrasmücke und einige Pieperarten beobachten, die lichte Buschlandschaften  in der Nähe von Waldrändern als Lebensraum bevorzugen.
Im Winter fallen hier Schwärme des Erlenzeisigs in die Baumkronen der Erlen ein, um hier nach ihrer Hauptnahrung zu suchen, den Samen in den Erlenzapfen. 

Wer frühes Aufstehen nicht scheut und sich vor Sonnenaufgang in den Trippstadter Schlosspark begibt wird im Mai mit einem jubilierenden Vogelkonzert verwöhnt. Nebenbei kann er hier intensiv einige Arten beobachten, unter anderem den Kleiber, verschiedene Meisenarten, den Baumläufer und den Zilpzalp. Diese Grasmückenart hat ihren Namen, nach dem gleichlautenden und auffälligen Ruf erhalten. Er nistet hier gerne in den Efeuwucherungen unmittelbar über dem Boden. Dieser Park bietet einer Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten Lebensraum. Erwähnenswert sind hier die an Altbäume gebundenen Vogelarten. Besonders hervorzuheben sind die Spechtarten, die hier immer wieder mal vorbeischauen. Auch der Waldkauz hat hier einen Stammplatz. Man sieht ihn zwar selten, doch überhören kann man ihn nicht. Ein geduldiger Beobachter wird den Grauschnäpper entdecken, der von einer hohen Sitzwarte immer wieder auffliegt, um nach vorüberfliegenden Insekten zu schnappen. Meist kehrt er zum alten Sitzplatz zurück. Auch der Kuckuck schlägt regelmäßig sein Sommerquartier im Trippstadter Wald auf.

Nicht weit vom Schlosspark entfernt findet man eine natürliche feuchte Wiesenlandschaft, den Kaltenborn. Hier ist die Heimat des Zaunkönigs. Er baut sein Nest gern in Ufernähe. Sein im Verhältnis zu seiner Körpergröße laut schallender Gesang kann man hier sehr oft hören. 

Wer unterwegs in den Wald  ist sollte unbedingt auf einen Baum achten: den Schlehdorn, er ist sozusagen "die Vorhut und der Zaunwächter des Waldes". Die Schlehe leistet beachtliches im Kreislauf der Natur: An einer einzigen Schlehe leben bis zu 100 verschiede Insekten. Allein sieben Tagschmetterlingsarten benötigen den Strauch als Futterpflanze für ihre Raupen. Von den 40 in Hecken lebenden Vogelarten fressen achtzig Prozent die Schlehenfrüchte. Damit ist die Vogeldichte mit zehn Arten je 100 Meter zehnmal so groß wie im Waldinnern. Der Eichelhäher gehört auch zu den Gästen des Schlehbaumes. Er frisst jedoch nur das Fruchtfleisch, bringt aber den Stein automatisch an einen neuen Standort und sorgt somit für zukünftige Lebensvielfalt.

Der kundige Vogelbeobachter wird in Trippstadt und Umgebung zweifelsohne das finden was er sucht!