Freitag, 23. November 2012

Wanderung im Aschbacher Wald - von Stephan Marx



Der Aschbacher Wald bietet zwischen der Brunnenstollenhütte und dem Aschbacherhof eine Menge Überraschendes: Sehenswerte Kleinodien und schöne Wanderpfade. Er eignet sich besonders für eine Wanderung, bei man abschalten und mit sich selbst sein will.

Die hier beschriebene Wanderung ist etwa 15 Kilometer lang und in knapp 4 Stunden schafft man die Tour. Es gibt auch einige Möglichkeiten, die Wanderung abzukürzen. Darauf wird im Text hingewiesen.
Die Wanderung orientiert sich im Groben am Rundwanderweg 1 - bis kurz vor den Aschbacherhof. Der Rückweg über das Bergfeld, den Felsen- und den Candidusbrunnen verlässt dann die Markierung 1 zeitweise.
Wir starten in der Ortsmitte und wandern über die Haupt- und Friedhofstraße zur Brunnenstollenhütte. Alternativ kann man die Wanderung auch an der Brunnenstollenhütte beginnen.

Wir folgen nun ein kurzes Stück dem roten Balken in den Wald hinein und biegen nach einem kurzen Abstieg nach rechts auf einen unmarkierten Weg ein. Rechts dieses Weges ist nach wenigen Schritten der Eingang zum Brunnenstollen erreicht, der bis in die 1960er Jahre zur Wasserversorgung Trippstadts diente und in seiner Art einmalig nördlich der Alpen ist. Im 18. Jahrhundert wurde in Gegenortverfahren ein Tunnel in den Berg gegraben, um einen kleinen Wasserlauf anzuzapfen und das Wasser durch sogenannte Deicheln (ausgehöhlte Baumstämme) in den Ort zu leiten und das neuerbaute Schloss mit Wasser zu versorgen. Der Brunnenstollen ist verschlossen und kann nur im Rahmen von Führungen besichtigt werden (Infos und Anmeldung bei der Tourist Information Trippstadt).

Weiter auf dem Weg treffen wir an einer Kreuzung auf den mit der 1 markierten Weg. Wir folgen ihm nach links. Einen Abstecher und eine erste Rast wert ist der Osterheldbrunnen. Ein Hinweisschild aus Holz weist den Weg zu dieser gefassten Quelle.

Osterheldbrunnen - Foto Stephan Marx

Der Osterheldbrunnen wird auch Langeck-Brunnen genannt. Er wurde 1927 nach Plänen des damaligen Revierförsters Osterheld gebaut. Das Wasser wurde für den nahe gelegenen Pflanzgarten bei der Langeckhütte benötigt. Diese erreichen wir auf der weiteren Wanderung rechts des Weges.

Seit 2011 erforscht die Universität Kaiserslautern in diesem Gebiet die Ökologie der Baumkronen. Wenn man bedenkt, dass 40% aller landlebenden Tierarten in den hohen Stockwerken der Bäume angewiesen sind, macht ihre Erforschung Sinn. Dazu wurde ein 36 Meter hoher Baumkronen-Beobachtungsturm errichtet, der auf einer Grundfläche von drei mal drei Metern steht und aus unbehandeltem Holz gebaut wurde, damit mögliche Ausdünstungen keine Messergebnisse verfälschen.

Wir trennen uns vom Anblick dieses Bauwerkes und wandern weiter auf dem „Einser Weg“. Über einen schmalen Pfad steigen wir – vorbei an schönen Felsformationen – hinab ins Hirschsprungstal. Dort stoßen wir auf wunderschöne gelegene Weiher, wo Bänke wiederum zu einer Rast einladen. Wir umrunden die Weiher und bleiben der 1 treu in Richtung Aschbacherhof.


Aschbacherhof - Foto Stephan Marx

Sehr bald gelangen wir zu Pferdekoppeln und der Turm der ehemaligen Kirche St. Blasius bietet einen schönen Anblick. Diese Kirche wurde schon 1215 erstmals urkundlich erwähnt. Lediglich der Turm blieb erhalten. In der Reformation wurde sie die erste reformierte Kirche in der Pfalz.

Unser Wanderweg 1 führt uns nun durchs Grumbeertal. Wenn der Kirchturm wieder ins Blickfeld gelangt, müssen sie Acht geben und in einen schmalen Pfad rechter Hand einbiegen, der mit einem grünen Balken markiert ist. Er steigt gemächlich an und oben angekommen lohnt ein Abstecher zum Bergfeld.

Nehmen Sie dazu den Weg links an der Sitzbank vorbei, die Sie an der Stelle sehen, wo der Pfad endet. Gehen Sie weiter bis zu einem Hochstand links neben dem Weg. Dahinter biegen Sie links ein und nach einigen Schritten zweigt rechts ein stark benutzter Pfad ab, der Sie zum Bergfeld führt. Der Anblick der Pferdekoppeln nach der Wanderung durch den Wald ist eine schöne und willkommene Abwechslung. Hier treffen Sie auch wieder auf unsere 1, die als breite Forststraße wieder in den Wald und zurück nach Trippstadt führt. Nun wird es etwas unübersichtlich, aber lohnend. 

Nachdem der Wanderweg grüner Balken von links zu unserem Weg dazu stößt, verlassen Sie diesen breiten Weg und biegen links ab und gleich nach wenigen Schritten rechts ab. An einer Wegespinne, wo sich fünf Wege treffen, nehmen Sie den 2. Weg rechts. Er führt fast gerade aus. Diesen Weg folgen Sie bis in die Nähe des Felsenbrunnens. Hier weist ein Hinweisschild Ihnen den Weg. Diese gefasste Hangschichtquelle bietet wiederum eine schöne Rastmöglichkeit.

Candidusbrunnen - Foto Stephan Marx

Die Wanderung setzen Sie in Richtung Candidusbrunnen fort. Der nun folgende Pfad ist traumhaft schön. Es ist einer meiner Lieblingswege. Der Weg ist mit einer 9 markiert. Am Ende dieses Pfades lohnt der Candidusbrunnen einen kleinen Umweg. Sie erreichen ihn hier über den roten Balken nach links. Der Brunnen hat seinen Namen von Benedikt Candidus, dem letzten Förster des Forsthauses Wittgenberg, das hier in der Nähe stand. Der Brunnen stammt aus dem Jahre 1894.

Der breite Forstweg, der den Hang herauf kommt, ist eine der vorne beschriebenen Abkürzungen. Er kommt aus dem Hirschsprungstal und verbindet die dortigen Weiher mit dem Candidusbrunnen.
An den beiden großen Kreuzungen gehen Sie nun jeweils rechts und bald darauf links. Hier treffen wir wieder unseren „Einser Weg“, den Sie nun folgen. Nach einiger Zeit sehen Sie rechts am Hang den neuen Trippstadter Bikepark. Wenn der schmale Pfad den breiten Talweg erreicht, haben Sie zwei alternativen, je nachdem, wo Sie gestartet sind: Wenn Sie in der Trippstadter Ortsmitte gestartet sind, folgen Sie der Markierung des Nordic Walking Parks bis zum Kreisel Langensohl, überqueren Sie die Kreisstraße und wandern Sie mit dem gelbblauen Balken (nach links) zurück nach Trippstadt. Oder Sie bleiben auf den Talweg und folgen der Markierung  1 bis zur Brunnenstollenhütte.

Nehmen Sie sich Zeit für diese Wanderung. Bitte beachten Sie, dass es bei dieser Wanderung keine Einkehrmöglichkeit entlang der Strecke gibt. Die Trippstadter Geschäfte bieten die Möglichkeit, Rucksackverpflegung einzukaufen. Die beschriebenen Rastmöglichkeiten unterwegs bieten sich für ein Picknick an.

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