Mittwoch, 25. April 2012

Alle Wege führen nach Johanniskreuz - von Hans Wagner


Wandern in Johanniskreuz

Wandervergnügen pur verspricht die waldreiche Landschaft um Johanniskreuz. Egal nach welcher Himmelsrichtung sich der Wanderer bewegt und zu welcher Jahreszeit man Johanniskreuz aufsucht. Schnell merkt der Besucher, dass er sich inmitten eines der schönsten Fleckchen Erde des Pfälzerwaldes befindet.

Mit seinen romantischen Wäldern voll mystischer Stille ladet uns die Landschaft regelrecht zum meditativen Wandern ein. Eichen, Buchen und Kiefernbäume prägen hier das Landschaftsbild. Der üppige Naturreichtum der hier vorherrscht bietet nicht nur gestressten Stadtmenschen sanfte und stille Erholung. Breite Wanderwege und schmale, verschlungene Pfade führen vorbei an moosigen Buntsandsteinfelsen und alten, erhabenen Baumgiganten, aus denen jetzt im Frühjahr der jubilierende Gesang der Waldvögel klingt. Die Landschaft um Johanniskreuz muss man sich zu Fuß erwandern ganz im Sinne Goethes der schrieb:“Nur wo du zu Fuß warst, warst du wirklich.“

Die klare Waldluft die hier vorherrscht öffnet dem Wanderer die Sinne und er kann sich ganz der ihn umgebenden Natur hingeben. Erfahrene Wanderer wissen es: Der Weg ist das Ziel und die Schönheiten des mageren Pfälzerwaldbodens finden sich hier versteckt am Wegrand.

Mit ein wenig Glück kann man hier die Lanzenblättrige Glockenblume finden, eine Wildblume die außerhalb des Pfälzerwaldes und der Vogesen nur noch an ganz wenigen Stellen im Odenwald und im Taunus zu Hause ist.
Der schwarzen Teufelskralle, ebenfalls ein Glockenblumengewächs, begegnen wir öfters, aber auch die Prachtnelke und die Sandrapunzel sind hier zu Hause.

Burgalbspring bei Johanniskreuz - Zeichnung Ute Knieriemen-Wagner

„Alle Wege führen nach Johanniskreuz“ heißt es im pfälzischen Volksmund, vielleicht wissen dies auch einige seltene Schmetterlingsarten, die man im Frühjahr und Sommer hier beobachten kann, so den sagenumwobenen kleinen Eisvogel und die beiden heimischen Schillerfalter. Auch das Taubenschwänzchen, ein wunderschöner Falter, der seinen Weg über die Alpen zu uns her findet, kann man jedes Jahr hier antreffen, denn die Flockenblume, der Natternkopf und verschiedene Labkrautarten sind seine bevorzugten Futterpflanzen und finden sich ebenfalls in den weiten Wäldern um Johanniskreuz.

In den einsamen Waldschluchten haust auch „der König der Wälder“, der Rothirsch, den man im Herbst auch sehr deutlich hören kann. Aber jetzt haben wir Frühjahr und „da plätschern alle Brunnen lauter“ wie ein Dichter einmal schrieb.
Der Wanderer der nach Johanniskreuz kommt, sollte unbedingt die Burgalbquelle und den Burgalbweiher aufsuchen. An diesem romantischen Platz wird er gewiss das finden was er in dieser Landschaft wohl sucht: Natur Pur!

Der in Ludwigshafen geborene Philosoph Ernst Bloch schrieb einmal: „der Mensch bewegt sich in der Natur wie im Feindesland“. Nun es liegt in der Natur des Menschen, dass er zu Ausgrenzungen und Vereinnahmungen neigt. Für den einen ist der Wald ein romantischer Ort, für andere „wachsen“ hier eine Menge von Brettern. Der spirituell Suchende wird hier den Bruder Baum begrüßen, so sieht jeder die ihn umgebende Natur und Mitwelt anders.

 Zeichnung Ute Knieriemen-Wagner
Aber etwas nimmt der Wanderer auf jeden Fall von seinem Aufenthalt in den Wäldern um Johanniskreuz mit nach Hause. Nämlich das Gefühl einer lebendigen Verbundenheit mit den Prozessen der Natur die sich uns hier auftun, wenn wir nur auch bereit sind unser Augenmerk darauf zu richten.

Mittwoch, 18. April 2012

Buschwindröschenzauber im Trippstadter Wald



Theodor Storm - Frühlingsgedicht

Das ist die Drossel die da schlägt,

Der Frühling der mein Herz bewegt,

Ich fühle die sich hold bezeigen,

Die Geister aus der Erde steigen.

Das Leben fließet wie ein Traum -

Mir ist wie Blüte, Blatt und Baum.









Fotos Ute Knieriemen-Wagner

Mittwoch, 11. April 2012

Die Umgebung von Trippstadt – eine vielseitige Landschaft von Hans Wagner

Natur kennt keine Grenzen! Sie will sich entfalten und somit dem Menschen Erholungsraum bieten. Die reizvolle und romantische Landschaft um Trippstadt, die enge Nachbarschaft von Wasser und Fels, von Wald und Wiesen laden den Besucher ein und lassen das Herz des Wanderers höher schlagen. Gerade die enge Verbindung von Wald und Wasser sorgt für eine artenreiche Flora und Fauna. Grün-blau schimmernde Bäche, verwunschene Uferböschungen, geheimnisvolle dunkle Waldwooge und sprudelnde Quellen sind ein grünes Aushängeschild des Waldes um Trippstadt. Dadurch wird diese Landschaft zu einem wichtigen Heimat- und Rückzugsraum vieler seltener Tier- und Pflanzenarten und hat damit eine wichtige Bedeutung für die Erhaltung der biologischen Vielfalt. Durch einen sanften und nachhaltigen Tourismus wird diese Gegend zu einem wichtigen Erholungsgebiet für Menschen aus nah und fern. Denn eine intakte Natur, ob vor der Haustür oder am Urlaubsort, trägt zum körperlichen und seelischen Wohlbefinden der Menschen bei.
Foto Ute Knieriemen-Wagner

Besonders interessant für die Besucher sind die vielen naturnahen Gewässer. Wer hier wandert kann viel beobachten. Allein eine Wanderung entlang der Moosalb wird zum Erlebnis für den Naturliebhaber. Große Gesteinsblöcke im Wasser bei der Karlstalschlucht geben diesem Teil der Trippstadter Landschaft eine romantische Stimmung. Im kühlen Schatten mächtiger Altbäume hat die Natur hier einen besonderen Lebensraum für die Bachbewohner geschaffen: Moose und Flechten können die Steine besiedeln, weil die meisten höheren Pflanzen der Kraft des Wassers nicht gewachsen sind. Die Wasseramsel baut in umgestürzten, über und aus dem Bach ragenden Ästen und Baumstümpfen ihr Nest, hier ist sie sicher vor Feinden.


Foto Ute Knieriemen-Wagner


Tritt der Wanderer aus der Schlucht heraus, hat das Ufer mehr Sonnenlicht wovon Kleinlebewesen wie seltene Libellenarten profitieren, aber auch Blütenpflanzen gibt es hier zu entdecken. Dort wo die Moosalb über ihre Ufer tritt und kleine Gewässerinseln bildet ist die wichtigste „Kinderstube“ unserer wohl bekanntesten Schwanzlurchenart – des farbenprächtigen Feuersalamanders. Seine Larven können sich in den ruhig durchströmten Wassern in diesem Teil der Moosalb weitgehend ungestört entwickeln. Man findet Quell-Steinminze, Milzkraut und Brunnenkresse, Baldrian und Kalmus an den Ufern. Versteckt blüht hier und da der giftige Eisenhut. Neben einer großen Anzahl von Steinfliegen und Eintagsfliegen, kann man hier auch den blauen „Wassergeist“, eine besonders schöne Wasserfliege beobachten. Auch das breitblättrige Knabenkraut ist hier zu finden.
Klares Wasser aus sprudelnden Quellen, romantische dunkle Waldwooge, aber auch die muntere Bachforelle aus Schubarts schönem Vers, laden zum Verweilen in Trippstadt ein.

In einem Bächlein helle
da schoss in froher Eil
die launige Forelle
vorüber wie ein Pfeil.
Ich stand an dem Gestade
und sah in süßer Ruh’,
des muntern Fisches Bade
im klaren Wasser zu.

Christian Friedrich Daniel Schubart
Das Gedicht wurder von Franz Schubert im Forellenquintett vertont. 

Foto Ute Knieriemen-Wagner