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Es werden Posts vom Januar, 2012 angezeigt.

Eine Februarnacht im Pfälzerwald - von Hans Wagner

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Hornung, nannten ihn die Altvorderen. Sein Herz ist die Narrenzeit.
Liegt oft auch noch Eis und Schnee, so spürt der aufmerksame Beobachter doch, dass nun die Tage langsam und leise heller werden. Selbst wenn im Februar noch bittere Kälte  vorherrscht, spürt man, das Frühjahr ist nicht mehr fern.
In den sternenklaren Nächten erscheint uns der Himmel wie ein großes kosmisches Gemälde und man hat das Gefühl, dass unsere Augen immer tiefer in die Weiten des Universums vordringen. Mitten im Meridian flackert nun das Sternbild des Orions. Über ihm erstrahlt das Sternenpaar Kastor und Pollux. Die Götter haben sie zu glühenden, nie versinkenden Diamanten gemacht. Der Löwe mit dem königlichen Stern Regulus im Herzen ist bereit durch den Feuerreif der perlmutternen Milchstraße zu springen. Der gesamte südliche Himmel bis hoch in den Zenit leuchtet hell durch die Sternbilder des Wintersechsecks. Das geheimnisvollste Sternbild des Winterhimmels ist der mythische Jäger Orion mit seinem Gürtel un…

Die Seele der Landschaft - von Hans Wagner

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Was haben Wanderer, Mountainbiker und Umweltschützer gemeinsam? Nun, sie nehmen die Natur als Lebensbedingung menschlichen Daseins wahr. Sie haben ein gemeinsames Bedürfnis nach unberührter Natur, Stille und erholsamer Umgebung.

Das findet man natürlich nicht dort, wo der Massentourismus mit seinen Jumbojets landet. Aber man findet es im Biosphärenreservat Pfälzerwald. Egal aus welcher Himmelsrichtung der Besucher die Gemeinde Trippstadt betritt, sein erstes Empfinden ist Wald. Ein wunderschönes großes Waldgebiet das schützenswert ist.

Landschaftsschutzgebiete und Naturparke sind für Erholungszwecke besonders reizvoll. Konflikte zwischen Naturschutzinteressen und Erholungsvorsorge sind deshalb oftmals vorprogrammiert. Aber Tourismus und Naturschutz können auch positiv zusammenarbeiten. Denn die "Philosophie eines nachhaltigen Tourismus" ist es die Balance zwischen Mensch und Natur zu finden. Was bedeutet: Natur und Landschaft für Einheimische und Gäste erlebbar zu machen und…

Die alte Blutbuche vor der katholischen Kirche in Trippstadt - von Hans Wagner

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Jeden Morgen wenn ich aus dem Fenster meines Arbeitszimmers sehe, begrüßt mich die wunderschöne Blutbuche (Fagus sylvatica forma purpurea) vor der katholischen Kirche. Im Laufe der Jahre hat sich zwischen uns eine regelrechte Beziehung ergeben. Es ist ein starker mächtiger Baum, der den Kirchturm weit überragt. Er hat Kriege überdauert und Zeitgeschichte erlebt. Vielleicht unterhielten sich unter seiner Krone, die damals wohl bestimmt noch nicht so mächtig wie heute war, die Menschen über das Erdbeben von Lissabon, über die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten, bestimmt aber über die Französische Revolution. Ein alter weiser Baum, in seiner vollendeten natürlichen Schönheit. Zweimal am Tag beschenkt er seine Nachbarn mit ständig wiederkehrenden Naturereignissen. Im Morgengrauen sitzen oft bis zu fünfzig Krähen in dem hohen Wipfel. In der Abenddämmerung kehren sie wieder, für eine halbe Stunde sammeln sie sich hier um schließlich im nahen Wald ihre Schlafplätze aufzusuchen.…

Der Pionierweg im Hammertal - von Manfred Walter

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zwischen dem Karls- und Finsterbrunnertal Trippstadt/Schopp
Wer waren die Pioniere? Woher kamen sie und was taten sie ?
Besucher des Pfälzerwaldes, die auf der L 500 bei der Abzweigung nach Stelzenberg auf der Seite des ehemaligen Forsthauses die Brücke über die Moosalbe überqueren, stoßen hier direkt auf den sogenannten Pionierweg an der Hammerhalde.

Bei der linksseitigen Begehung des aufsteigenden und gut ausgebauten oberen Forstweges, sind links und rechts an mehreren Felsflächen wunderschöne Laien-Steinmetzarbeiten zu sehen.


 Offiziere und Unteroffiziere des K. B. II. Armee Korps meißelten im Jahre 1896 mehrere persönliche Hinweise auf die kahlen Felsenwände. Sie wollten damit dokumentieren, dass sie es waren, die diesen schwierigen Weg in die steile Halde des Berges gegraben und gesprengt haben. Während der dienstfreien Zeit und vielleicht auch aus purer Langeweile ergab sich hier eine Gelegenheit, ihre Künste als Steinmetz auszuüben. Sie wollten ihre Mitwirkung bei der Fertigstellun…

Das Dianarelief am Pionierweg – über die Mythologie der Diana von Hans Wagner

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Wer war eigentlich diese Diana, deren Bildnis sich in der Nähe des Pionierwegs befindet? Es ist davon auszugehen, dass es sich hierbei um die Göttin Diana handelt.

Die Römer verehrten Diana als Göttin der Jagd, der wilden Natur und des Lichts. Sie wurde auch mit der griechischen Göttin Hekate identifiziert, doch ihr griechisches Gegenstück war eindeutig Artemis, eine jungfräuliche Schwester des Apollon und Tochter des Zeus und der Leto.

Es gab viele Kulte um die Göttin Diana, ihre Anrufung geschah mit magischen Zauberformeln an Kreuzwegen und in Höhlen um Liebe zu entzünden, Kranke zu heilen, Verhasste zu verderben. Diana führte auch den Brauch ein, Heilkräuter bei Nacht zu sammeln.

In seinem zwölfbändigen Monumentalwerk „Der goldene Zweig“ beschreibt der schottische Anthropologe James George Frazer ausführlich den Kult um die Göttin Diana. Frazer berichtet uns ausführlich von einer Königin des Waldes, die an einem See lebt der „in einer grünen Talmulde der Albaner Berge sanft eingebette…

Der Weg ist das Ziel - Kleine Philosophie des Wanderns von Hans Wagner

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Wer beim Wandern glückliche Tage verlebt hat, möchte gern etwas mitnehmen, das ihn immer wieder an die schönen Wandertage erinnert. Nun lebt zwar eine ganze Souvenirindustrie von diesem "menschlich – allzumenschlichem" Bedürfnis des in der Natur unterwegs zu sein, was wir letztendlich aber wirklich mitnehmen, ist die Erinnerung.

Der Weg ist das Ziel, sagte der weise Konfuzius und meinte damit was uns von einer Wanderung in der Erinnerung haften bleibt, ist nicht unbedingt das angestrebte Wanderziel, sondern sind jene kleinen Offenbarungen, die uns am Wegrand begegnen.
Ambulator nascitur, non fit – Wanderer kann man nicht werden, man ist es durch Geburt, schrieb Henry David Thoreau. Er musste es wissen, war doch seine größte Leidenschaft das Wandern. Wer in den Pfälzerwald zum Wandern kommt, wird bald das Geheimnis dieser Leidenschaft in sich spüren. „Was ich nicht erlernt habe, das habe ich erwandert", schrieb Johann Wolfgang von Goethe. „Wandern ist eine Tätigkeit der B…

Wald – ein Ort innerer Einkehr von Hans Wagner

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Wer den Pfälzerwald zur Erholung aufsucht, wer sich hier auftanken möchte, wird von diesem großen Waldgebiet nicht enttäuscht werden. Die natürliche Wirklichkeit die den Besucher hier umgibt, schenkt ihm während seines Aufenthaltes eine tiefe innere Ruhe. Die Natur hat für alle nur möglichen Fragen eine Antwort bereit. Ein bewusster Spaziergang durch den Wald ist immer ein meditativer Gang vor allem, wenn wir beobachten, was uns am Wegrand begegnet. Es scheint uns dann plötzlich als seien wir ein Teil dieser großen Natur, was wir ja letztendlich auch tatsächlich sind, wir haben es nur vergessen. Bei einem Gang durch das romantische Karlstal bei Trippstadt kann es sehr schnell passieren dass sich uns eine andere Wirklichkeit auftut. Da stehen gewaltige Baumriesen, andere sind schon dahingeschwunden, ihre Baumstrünke ragen wie mythologische Gestalten in den Himmel. Da breitet sich der Friedhof des toten Laubes wie ein Teppich aus, durchwimmelt vom Leben der Mikroben und kleinen Tiere, u…

Alte Waldberufe - Der Pottaschbrenner von Hans Wagner

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In alter Zeit war es fast allein der Wald der die elementaren Bedürfnisse des Menschen zu befriedigen vermochte. Eine große Anzahl von Waldberufen gab es in früherer Zeit: Holzhauer, Köhler, Schindelmacher, Holzknechte, Besenbinder, Harz- und Pottaschbrenner, um nur einige zu nennen. Bis ins 19. Jahrhundert hinein war die Pottasche ein unentbehrlicher Rohstoff für die verschiedensten Gewerbe. Flurnamen wie Eschebel- Loch, Pottaschäcker und Pottaschweiher zeugen noch heute von diesem alten Handwerk. Der Pottaschbrenner oder Pottaschsieder war unter anderem ein Zulieferer der Glashütten und Seifensiedereien.
Roland Paul berichtet in „von alten Berufen im Pfälzerwald“…und noch zu Beginn des 19.Jahrhunderts spielte die Pottasche als Handelsgut im Raum Kaiserslautern eine beachtliche Rolle“.



Pottasche ist ein grauweißes alkalisches Salz, das aus der Holzasche ausgelaugt wird. Dabei werden die Kalisalze und etwas Kieselsäure gelöst. Durch Abdampfen und Glühen gewinnt man eine Salzmasse, die…

Unser Freund der Baum - von Hans Wagner

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Sag’ ich’s euch, geliebte Bäume? Die ich ahndevoll gepflanzt, Als die wunderbarsten Träume Morgenrötlich mich umtanzt. Ach, ihr wißt es, wie ich liebe, Die so schön mich wiederliebt, Die den reinsten meiner Triebe Mir noch reiner wiedergibt.
Wachset wie aus meinem Herzen, Treibet in die Luft hinein, Denn ich grub viel Freud und Schmerzen Unter eure Wurzeln ein. Bringet Schatten, traget Früchte, Neue Freude jeden Tag; Nur dass ich sie dichte, dichte, Dicht bei ihr genießen mag. Johann Wolfgang von Goethe
Aufgewachsen in einer Philosophie materiellen Denkens, welche die Natur entpersonifiziert und sie nur noch als die unbekannte Ursache einer Reihe von Sinneseindrücken und wissenschaftlichen Erklärungen versteht, fällt es dem modernen Menschen schwer, sich in den „Mythos Baum“ hinein zu denken. Und dennoch ist er immer um uns und in uns. Während eines Spazierganges durch den Pfälzerwald sind wir diesem Mythos besonders nahe und neben der Landschaft sind es die Bäume selbst, die uns darüber berichten.…