Mittwoch, 13. Juni 2018

Tag der Artenvielfalt - Tag der Natur - 16. und 17. Juni 2018

GEO-Tag der Natur

Tag der Artenvielfalt - Tag der Natur - 16. und 17. Juni 2018

Grünfrosch (Rana esculante-Komplex) Foto©Dr. Ott

Vierfleck-Libelle (Libellula quadrimaculata) Foto©Dr.Ott


Samstag, 16. Juni 2018 ab 10.00 Uhr Treffpunkt  am kath. Jugendheim Trippstadt
Bestimmungsbücher, Infomaterial und Mikroskope stehen hier um gesammeltes Material zu bestimmen!


Wie jedes Jahr seit nunmehr 20 Jahren findet im Juni wieder der GEO-Tag der Natur - früher Tag der Artenvielfalt - statt, den seinerzeit die Zeitschrift GEO aus der Taufe gehoben hatte. An diesem Tag gehen in ganz Deutschland Spezialisten und interessierte Laien in ein vorher definiertes Gebiet und sammeln alle Informationen zu Pflanzen, Pilzen und Tieren, denen sie habhaft werden können. Mit dieser Aktion soll speziell auf die Artenvielfalt in unserer Natur aufmerksam gemacht werden. Oft gelangen dabei tolle Artnachweise für einen Raum, nicht selten auch Neunachweise für diesen oder selbst für das Bundesland oder manchmal sogar auch für ganz Deutschland.

Auch die POLLICHIA e.V. hat sich an dieser Aktion schon mehrfach beteiligt, zuletzt im letzten Jahr zusammen mit dem saarländischen Schwesterverband, der DELATTINIA, im Nationalpark Hunsrück-Hochwald.

In diesem Jahr steht nun eher die Kulturlandschaft im Zentrum des Interesses und es werden Spezialisten ein ganz normales Dorf - nämlich Trippstadt in der Pfalz - mit seinem direkten Umfeld unter die Lupe nehmen. Ziel ist es hier, einerseits auf den Lebensraum Dorf aufmerksam zu machen und andererseits auch zu zeigen, wie man dort für Pflanzen, Pilze und Tiere noch Verbesserungen erreichen kann - also die verschiedenen Lebensraumfunktionen im Siedlungsbereich aufwerten kann. Der Erhalt unserer heimischen Natur ist heute wichtiger denn je!

Die Experten der POLLICHIA werden sich nun am 16.6. ab 10 Uhr zentral in Trippstadt direkt neben dem Schloss vor dem kath. Jugendheim treffen, wo das "Hauptlager" aufgeschlagen wird  (wir danken der Gemeinde Trippstadt sehr herzlich für die Bereitstellung der Lokalität und ihre Unterstützung !). Dort werden Bestimmungsbücher, Informationsmaterialien und Stereomikroskope bereit stehen, um  das gesammelte Material zu bestimmen und anzuschauen
Von hier aus werden ab dem Morgen bis in den Abend die Spezialisten ausschwärmen, um Informationen u.a. zur Vogel-, Amphibien-, Insekten- und Fledermauswelt in Trippstadt, sowie zu Blütenpflanzen, Moosen, Flechten, Pilzen etc. zu sammeln.

Dabei können sich selbstverständlich auch interessierte Laien beteiligen und/oder sie können sich am "Hauptlager" über die Ergebnisse informieren. Gerne dürfen dort auch früher einmal gemachte Beobachtungen zur Archivierung übergeben werden, oder Fotos von Pflanzen oder Tieren zur Bestimmung gebracht werden. Der Tag der Natur ist bewusst eine Mitmach-Aktion.
Am späteren Nachmittag gegen 18 Uhr wird ein erstes kurzes öffentliches Resümee gezogen, bei dem die POLLICHIA-Spezialisten auch gerne Rede und Antwort stehen, bevor danach noch die Amphibien- und Fledermausfachleute mit Batcorder und Taschenlampen in Trippstadt auf Tour gehen. Alle gesammelten Daten werden übrigens im ArtenFinder  - dem Fachportal des Landes Rheinland-Pfalz , betreut von der KoNat - eingegeben und stehen damit dem Naturschutz direkt zur Verfügung.

Bei Interesse können am 17.6. morgens noch Exkursionen im Ort und der direkten Umgebung für interessierte Laien angeboten werden, oder auch die LIBELLULA-Teiche im nahe gelegenen Moosalbtal aufgesucht werden. Hierzu wird am 16.6. noch rechtzeitig am Hauptlager informiert, da diese Touren auch witterungsabhängig sind.

Dr. Jürgen Ott
Infos erhalten Sie auch per Mail: ott@pollichia.de

Mittwoch, 6. Juni 2018

Trippstadt im Kranz der Wälder - Juni Ausgabe

Das aktuelle Heft ist erhältlich in der Tourist Info Trippstadt!


Aus dem Inhalt:

Sommerzeit im Moosalbtal – Hans Wagner schreibt in seinem Artikel über das Wesen der Moosalb. Jeder Bach hat genau wie der Mensch auch einen Körper, eine Seele und einen Geist! Ist das Ufer der Körper so ist das Wasser die Seele und über den Wassern singt der Geist der unruhigen Bäche! Am schönsten klingt diese Musik am frühen Morgen oder in der Abenddämmerung….

Wanderung durch das Moosalbtal zum „Alpinen Steig“ – durch das schöne Moosalbtal bis zum NFH Finsterbrunnertal und über den „Alpinen Steig“ hinauf zum Aussichtsfelsen, hier erwartet Sie ein traumhafter Ausblick!

Wald und WasserBrunnen in und um Trippstadt – in früheren Zeiten war die Voraussetzung einer Hof- oder Siedlungsgründung das vorhandene Wasser, schließlich war das kühle Nass lebenswichtig für Mensch, Tier und Pflanze!
Trippstadt besitzt eine große Anzahl von Brunnen und Quellen, darunter einige sehr alte!

Frauen Aktiv Trippstadt – die Damen laden ein zu einem Vortrag am 14.06.2018
„Es menschelt im Kraut“ oder wie Sie Kräuter und Pflanzen noch nie gesehen haben…

Sommerfest der Feuerwehr Trippstadt –am Freitag, 15.06. und Samstag, 16.06.2018, mit Rahmenprogramm und Live Musik.

Evangelischer Posaunenchor Trippstadt – lädt ein zur 27. Bläserserenade am 24.06.2018 im Schlosspark Trippstadt.

Auf unseren Veranstaltungsseiten finden Sie noch weitere interessante Tipps.
Der Sommer ist da! Genießen Sie die warme und sonnige Jahreszeit bei einer Wanderung durch die Trippstadter Wälder!

Sommerfest der Feuerwehr


14. Juni 2018 Vortrag Frauen Aktiv Trippstadt

Plakat©Frauen Aktiv Trippstadt

Trippstadter Heimatstammtisch

Foto©Helmut Celim Arbeitsgemeinschaft Heimatkunde Trippstadt

Freitag, 25. Mai 2018

Zauberhafter Monat Mai im Pfälzerwald

Ein Artikel von Hans Wagner


Es ist immer wieder faszinierend die vielen unterschiedlichen Grüntöne der zu dieser Jahreszeit austreibenden Bäume, Sträucher und Wildpflanzen zu sehen. Die einheimische Vegetation präsentiert sich in malerischen Frühlings-impressionen. Überall grünt und blüht es. Bei einer Wanderung durch die Natur  können wir nun auftanken und Kraft schöpfen nach einem langen und dunklen Winter. Es ist der Monat der Frühlingsbräuche und Frühlingsfeste. Sein altdeutscher Monatsname war Wonnemond. Ob allerdings mit „Wonne“ die freudige Verzückung im Mai gemeint war, ist nicht sicher. Wahrscheinlich geht der Wonnemonat auf die alten Wörter Wunne und Winne zurück, was Ackerflur bedeutet, schließlich steht jetzt alles im üppigsten Grün.

Im Moosalbtal - Foto©Ute Knieriemen-Wagner/Tourist Info Trippstadt


Im Moosalbtal - Foto©Ute Knieriemen-Wagner/Tourist Info Trippstadt

Man spürt nun schon regelrecht den nahenden Sommer, allerdings erwarten uns Mitte Mai noch einmal drei strenge Wintergestalten: „Mamertus, Pankratius und Servatius“ allgemein als „Eisheilige“ bekannt. Zu ihnen gesellt sich gleich hinterher die „kalte Sophie“.
Maitanz, Maibaum, Maibowle gehören zum Brauchtum des Wonnemonats.
Viel älter als unser Weihnachtsbaum ist der Maibaum, seine Wurzeln liegen in der frühen Geschichte der Menschheit, in der Zeit als man begann Vegetationsfeste zu feiern. Der Brauch, einen Maibaum für das Dorf zu errichten, ist in Deutschland bereits 1225 (Aachen) nachgewiesen, doch kannten ihn schon die Germanen. Das Einholen des Maibaums war eine heilige Handlung. Tacitus berichtet, dass die Germanen den Baum auf einem heiligen Wagen, der von Rindern gezogen wurde, aus dem Walde holten. Später entwickelten sich dabei verschiedene Bräuche: manchmal wurde der Baum bei Nacht geholt, zum Teil zu genau vorgeschriebener Uhrzeit; manchmal musste ihn ein Bursche allein schlagen, manchmal zogen alle Mädchen und Burschen des Dorfes fröhlich singend in den Wald, manchmal war es allein Aufgabe der Jungfrauen, den Maibaum zu besorgen. Der Mai gilt als Symbol der Jugend und Zuversicht die aufblühende Natur, die wärmenden Sonnenstrahlen, die vielen Farben und Gerüche bringen neue Lebenskraft und Lebensfreude. Er ist die Brücke zum Sommer und Hauptblütezeit vieler Pflanzen.
In der Dichtung wird der Mai auch als der „trunkene Monat“ bezeichnet, denn das Blut dieses Monats fließt wie Wein, ein Jahrmillionen alter Wein.
Viele Dichter haben ihn besungen und niemand kann sich seinem Zauber entziehen, es zieht uns hinaus in die Wiesen und Wälder. Machen Sie sich auf zu einer Wanderung hinein in diesen zauberhaften Monat Mai!
 Foto©Ute Knieriemen-Wagner/Tourist Info Trippstadt


Freitag, 27. April 2018

Ein Spaziergang über die Frühlingswiese


Ein Artikel von Hans Wagner

Von Zauberpflanzen und Himmelsschlüsseln

Haselnuss und Weidenkätzchen künden den Frühling an. Wenn Kirsch- und Apfelbäume blühen ist er endlich eingezogen. Nun begrünen sich auch die schlanken Birkenzweige, Eiche und Buche schlagen aus. Im lichten Laubwald folgen den Schneeglöckchen und Leberblümchen die duftenden Schlüssel-blumen. Diese Pflanze ist tatsächlich ein Schlüssel, dann sie eröffnet den Blumenhimmel. Primel vom lateinischen „primus“ – die erste wird sie genannt, weil sie ein Erstling unter den Wiesenblumen ist.
Der Volksmund nennt sie Himmelsschlüssel, den Germanen glich der Büschel gelber Schlüsselblumenblüten einem Schlüsselbund.
Sie waren der Göttin Freya geweiht und sie allein hatte die Schlüsselgewalt, mit der die kosmischen Zeiträume geöffnet und wieder geschlossen wurden. Für unsere germanischen Vorfahren waren diese Blumen daher Zauberpflanzen.

Foto Frühlingswiese©Ute Knieriemen-Wagner/Tourist Info Trippstadt
 Doch auch das Christentum wusste um das Geheimnis der Schlüsselblumen. So erzählt eine alte Sage folgendes: „Eines Tages versuchte der Teufel in den Himmel zu schleichen. Ganz leise und behutsam pirschte er sich heran. Als Petrus den Schatten des Himmelsfürsten sah, erschrak er so sehr, dass ihm der Schlüsselbund aus den Händen glitt und auf Erden fiel. Als die Schlüssel den Boden berührten, verwandelten sie sich in Schlüsselblumen.“
Immer wieder kehrt in Sage und Märchen die Schlüsselblume als Helferin und Öffnerin geheimer Schatztruhen und Felshöhlen auf. Und nach einem langen, harten Winter öffnet sie uns auch heute immer noch verborgene Schatztruhen. Vor allem den größten und schönsten Schatz den es zu entdecken gibt - den Schatz der Natur.
Jetzt ist die Zeit, da es uns mit Macht hinauszieht ins Freie. Und wenn wir nun bewusst auf der Wiese Ausschau nach Pflanzen und Kräutern halten, werden wir eine Vielzahl solcher entdecken. Das Gelb des Löwenzahns der überall erblüht ist, bestimmt zu dieser Zeit den Farbton der Wiese. Nur an feuchten Stellen schimmert es lilafarben vom Wiesenschaumkraut. Überall sind die Dolden des Wiesenkerbels hochgeschossen.
 
Foto Sumpfdotterblumen©Ute Knieriemen-Wagner/Tourist Info Trippstadt

Eine kleine Bodenwelle, die recht trocken liegt, ist der Standort des Körnersteinbrechs. Am Wege teilt er sich mit Ehrenpreis und Hornkraut die Vorherrschaft.
Die kleinen Sterne des Gänseblümchens verschwinden ganz unter dem Gelb des Löwenzahns. Der Kuckuck lässt sich nun des Öfteren hören. Amsel und Rötkehlchen singen mit lieblicher Stimme. Überall spürt man nun das Vorhandensein der Frühlingsgöttin. Der Lenz ist ein Schmeichler, er verwöhnt den naturbewussten Menschen in dieser Zeit! Jetzt ist auch die Blütezeit des Ruchgrases, das ringsum verbreitet ist. Am Rande der Wiese steht ein Kirschbaum. Durch den Riesenstrauß, den jeder blühende Kirschbaum darstellt, geht an sonnigen Tagen ein lebhaftes Summen und Brummen. Bienen und Hummeln eilen von Blüte zu Blüte und tauchen ihre Rüssel in die zierlichen Hönigschälchen der Kelche.
Auch die Ameisen sind schon am Kirschbaum unterwegs und wehe dem Käfer, der es wagt an seinem Stamm oder Geäst zu krabbeln, unbarmherzig beißen die Ameisen zu. Die ersten Stare sind eingetroffen und versammeln sich im Kirschbaum, daneben tummeln sich eine Vielzahl heimischer Sänger.

Neben dem Kirschbaum duften die Salweiden. Aus dem nahen Wald tönen die Rufe des Baumfalken herüber und das „Tock, Tock“ verkündet das Vorhandensein eines Spechtes. In einer dichten Hecke des gemeinen Schneeballs lärmen eine Schar Feldsperlinge.
In der Frühe des Morgens äsen Rehe auf der Wiese und in den Nächten geht der Fuchs hier auf Mäusejagd. Der Orion ist auf die andere Seite des Himmelsgewölbes geflohen, in den hellen Mond- und Sternennächten kann man nun den Flug der Fledermaus beobachten. In mondklaren Nächten geht der Waldkauz hier auf Mäusejagd und einsam überfliegt ein Hirschkäfer die nächtliche Stille.
In den Waldwoogen haben schon die Frösche abgelaicht und laut dringt der Ruf des Schwarzspechts durch den Forst. Die ganze Natur befindet sich in Frühlingsstimmung.

Überall spürt man die Farben, den Duft und die Stimmen des Lenzes!