Donnerstag, 17. August 2017

Meilereinsatz am 19.08.2017




Herzliche Einladung an alle Vereine, Bürger und Gäste.
Meilereinsatz am 19.08.2017 ab 9.30 Uhr!
Erleben Sie altes Handwerk hautnah!

Vereinsring Wilensteiner Land - Trippstadt e.V.

Freitag, 11. August 2017

(S)INNE (ER)HALTEN



Ein Artikel von Hans Wagner/Ute Knieriemen-Wagner


(S)INNE (ER)HALTEN
Sinne erhalten – Inne halten
Wandern in Trippstadt

Es gibt verschiedene Weisen die Natur zu sehen und zu erfassen, sie hat für alle nur möglichen Fragen eine Antwort bereit. Wenn wir uns in ihr bewegen dann sollten wir nur immer wieder einmal innehalten, um zu sehen, hören und riechen, dann wird uns die Natur Antworten geben, auch auf unsere Frage nach dem Sinn des Daseins!

Während einer Wanderung durch den Trippstadter Wald wird die umgebende Natur uns dies bestätigen. Menschen von heute begegnen der  Natur anders als z.B. unsere Urgroßeltern. Sahen diese in den unendlichen Räumen des Kosmos das Himmels- und Sternenzelt, Sonne und Mond noch als Licht und Lampe eines friedvoll in sich ruhenden Erdentages und die alte Mutter Erde als fruchtbaren Boden allen Lebens, so können viele Menschen von heute diese Anschauungen oft nicht mehr nachempfinden. Und dennoch, wenn wir den Wald betreten, scheint es uns da nicht, dass mit einem Mal manches Schwere von uns fällt, dass wir Stress und Hektik plötzlich hinter uns lassen können?

Der Wald wird uns zu einem letzten Reservat eines romantischen Gefühles. Wälder öffnen nicht nur unsere Sinne, sie schenken unserem Leben auch Sinn, wir müssen nur Ausschau halten nach den „Kindern des Waldes“, den Pflanzen, Vögeln, Bäumen und Tieren. Was kann uns bei einem Waldspaziergang doch alles begegnen? Der plötzliche Ruf des Schwarzspechtes, das leise Klagen eines einsamen Vogels, im Gebüsch taucht plötzlich ein Reh auf, im Wind ächzen die Bäume. 


Fotos © Ute Knieriemen-Wagner/Tourist Info Trippstadt

Fotos © Ute Knieriemen-Wagner/Tourist Info Trippstadt



Fotos © Ute Knieriemen-Wagner/Tourist Info Trippstadt


Bäume, sie sind viel mehr, als nur eine Ansammlung von Hölzern.
Bäume und der Wald insgesamt, können ein Gleichnis sein, für das Zusammenleben von uns Menschen.
Aber Bäume sind auch Mahner in unserer heutigen schnelllebigen Gesellschaft, denn sie stehen außerhalb unserer Alltagshektik. Wir sollten öfter mal innehalten und das Schöpfungswerk der Natur wieder bewusster betrachten. Bäume können uns Kraft und Hoffnung geben, die Zukunft zu meistern und das Spannungsfeld zwischen Ökonomie und Ökologie in Einklang zu bringen, denn aus fast keinem anderen Wesen der Natur strahlt so viel Nachhaltigkeit wie aus unserem Freund dem Baum.
Alte Baumgestalten lassen für uns Geschichte lebendig, Gegenwart wichtig, und Zukunft lebenswert erscheinen. Sie können Freunde des Menschen werden, uns viel erzählen. Uns vor allem die Natur und die Schöpfung nahe bringen.
Wir müssen nur immer wieder inne halten können, dann können wir auch teilnehmen an dem Wunder der uns umgebenden Natur, an ihrer Fülle, an ihrem Reichtum.

Der deutsche Naturphilosoph und Ethnobotaniker Gustav Schenk schrieb einmal: „Die blaue Blume der Romantik wuchs nirgendwo – aber sie lebte, wenn auch nur als Sinnbild grenzenlosen Geistes. Sie war ein Ziel das von vorneherein nicht erreicht werden konnte. Sie war Geist und Fülle einer leidenschaftlichen Sehnsucht und nicht würdiger und weiser konnte eine an das Unendliche verlorene Seele irdische Gestalt annehmen als in einer Pflanze. Sie hatte vor aller Wirklichkeit eines voraus: Ebenso wie sie nie gefunden wurde, konnte sie niemals verloren gehen – und kein Stachel des Schmerzes blieb zurück.“

Dies ist es, was wir von der großen Lehrmeisterin Natur lernen können, wenn wir bereit sind manchmal innezuhalten. Jenes Gefühl einer Wiederverzauberung mit der uns umgebenden Natur, eben: Im Leben einen Sinn erhalten. 

Fotos © Ute Knieriemen-Wagner/Tourist Info Trippstadt


Es soll Menschen geben die über das „Schweigen“ im Wald erschrecken, doch ist diese Stille des Waldes nicht gerade seine Antwort an uns?
Schon beim Eintritt in den Wald atmen wir auf und entspannen uns. Beim Wandern erleben wir zwei grundlegende Leitgedanken unseres Lebens: Weggehen und Ankommen. Wir machen uns auf um etwas Neues zu erleben, unseren Kopf freizubekommen und auch irgendwie auf die Suche nach einem Gefühl von Glück! Diese Suche ist auch etwas das unser Leben durchzieht wie ein roter Faden: die Suche nach dem Sinn des Lebens, nach Glück, nach Freiheit, Geborgenheit, dem Paradies….
Der Wald kann uns einiges davon schenken, unser Kopf wird frei, denn in der Natur kann man sich frei bewegen ohne Zwang und Stress.
Hier sind wir auch befreit von den ständigen Reizen unserer modernen Welt. Alle Sinne öffnen sich für die Natur.
Der Gesang der Vögel, das Rauschen der Blätter im Wind, das Murmeln des Wildbaches und vieles mehr können wir bewusst aufnehmen und es trägt zu unserer Entspannung bei. „Waldbaden“ nennt man das in Japan.
Shinrin yoku“ heißt übersetzt so viel wie: „ein Bad nehmen in der Atmosphäre des Waldes“ oder kurz „Waldbaden“ und ist in Japan selbstverständlicher Teil der Gesundheitsvorsorge!
Denn ein Spaziergang im Wald ist gesund! Nachweislich wird der Blutdruck gesenkt und Stresshormone werden reduziert.
Nehmen Sie es an, dieses kostenlose Rezept von Mutter Natur und machen Sie sich auf zu einer Wanderung durch den Trippstadter Wald!


Montag, 31. Juli 2017

Schlossparkfestival 04. und 05. August 2017



Tickets gibt es bei der Tourist Info Trippstadt!

Kranz der Wälder Ausgabe August/September 2017

Aus dem Inhalt:



(S)INNE (ER)HALTEN – Der Gesang der Vögel, das Rauschen der Blätter im Wind, das Murmeln des Wildbaches und vieles mehr können wir während einer Wanderung bewusst aufnehmen und es trägt zu unserer Entspannung bei. „Waldbaden“ nennt man das in Japan.

Meine Freunde die Bäume – Hans Wagner schreibt über die Bedeutung der Bäume in den verschiedenen Kulturen. Ein Baum ist mehr als ein Gebilde aus Wurzel, Stamm und Ästen! In seiner eigensten Art ist jeder Baum ein Baum des Lebens!

Schlosspark Festival am 04. und 05. August 2017 – Schlager im Park und Lichterfest, kulinarische Köstlichkeiten, Lichtillumination und Höhenfeuerwerk! Zwei Tage feiern im Trippstadter Schlosspark!

Kohlenbrennerfest Trippstadt am 02. und 03. September 2017 – Jedes Jahr am ersten Wochenende im September wird die Trippstadter Hauptstraße zur Kohlen-brennerfestmeile und in der Schmiede Huber treffen sich Schmiede aus Nah und Fern um ihr altes Handwerk zu zeigen. Am Meilerplatz raucht der Kohlenmeiler, mühsam wird er Ende August errichtet und am Samstag, 02. September um 17.00 Uhr zum Start des Kohlenbrennerfestes entzündet!

Indienhilfe NALAM e.V. – Die Indienhilfe kümmert sich um junge indische Frauen der untersten Kaste („Unberührbare“). Der Verein unterstützt diese jungen Frauen dabei, eine Ausbildung als Krankenschwester und Hebamme zu absolvieren.



Mittwoch, 26. Juli 2017

Der Rote Fingerhut

Ein Artikel von Hans Wagner



Der Rote Fingerhut (Digitalis purpurea) bildet in unseren Mittelgebirgen, besonders auf Waldlichtungen mit kalkarmen Boden, ausgedehnte Bestände. Seine großen, purpurroten Blüten, die zu auffallenden Trauben gehäuft sind, stellen hängende Glocken dar. Diese Blütenform erinnert an einen Fingerhut (lat. digitus = Finger). Die Flecken in der Blüte sollen Staubbeutel vortäuschen und die Attraktivität der Blüten für Insekten stark erhöhen. Allerdings überwinden nur größere Insekten wie Hummeln die bärtige Sperre auf dem Blütengrund, die kleinere unzuverlässige Blütengäste zurückhält.


Fingerhut im Trippstadter Wald - Foto © Ute Knieriemen-Wagner


Die giftige Pflanze aus der Familie der Rachenblütler ist mit mehreren Arten in Mitteleuropa und Westasien heimisch. Zu Heilzwecken verwendet man vorwiegend den Roten Fingerhut als auch seinen Verwandten, den wolligen Fingerhut (Digitalis lanata).

Im ersten Jahr entwickelt sich am Boden nur eine große Blattrosette, im darauffolgenden Jahr wächst der behaarte Stängel 60 – 120 cm empor. Er trägt runzlige, an der Unterseite grau-filzige, lanzettförmige Blätter. Von Juni bis September erscheinen dann die charaktertypischen Blüten. In Ziergärten gedeiht eine weniger giftige Sorte als Zierpflanze.

Den größten Heilwert hat der wildwachsende Fingerhut. Dieser ist dafür bekannt, dass sein Wirkungswert an den verschiedenen Standorten recht erheblich voneinander abweichen kann. Als besonders gut und reich an Inhaltsstoffen gilt der "Harzer Digitalis". Um die Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die Pflanze von dem englischen Arzt William Withering in die Therapie eingeführt. Auf seinen grundlegenden Arbeiten baut sich auch heute noch die gesamte Lehre der Digitalis auf. Man hatte den Fingerhut schon lange vorher in der Volksheilkunde angewandt, allerdings für ganz andere Erkrankungen, als jene für die er heute angewendet wird. 

Leon hart Fuchs ein bekannter deutscher Arzt und Botaniker, gab der Pflanze im Jahre 1542 den wissenschaftlichen Namen, eben wegen der Ähnlichkeit mit einem Fingerhut. Als einer der ersten Ärzte beschreibt er die Pflanze als Arzneikraut. Es sollte allerdings William Withering überlassen bleiben den Fingerhut ab 1775 in die Medizin einzuführen. Als erster hat er ihn bei Herz- und Kreislauferkrankungen angewandt. Er beschrieb die Heilpflanze in einer Monografie äußerst exakt.

Bei den britischen Kelten war die Pflanze eng mit dem „kleinen Volk“, den Elfen und Feen verbunden. Sie sollen die Blüten des Fingerhutes u.a. als Kopfbedeckung genutzt haben.
Die Pflanze bot Schutz vor Bösem und war gleichzeitig ein Bindeglied zu den Naturgeistern.

Der Fingerhut ist eine der stärksten heimischen Giftpflanzen und darf auf keinen Fall selbst zubereitet werden. Schon geringe Mengen wirken tödlich! Bei der Anfertigung eines jeden Digitalis-Blätterrezeptes ist der Apotheker verpflichtet, eine neue Ampulle zu öffnen und den nicht verbrauchten Rest fortzuwerfen. Der Arzt ist somit immer sicher voll wirksamen Digitalis zu erhalten.
In Gärten, in denen Kinder spielen, hat der Fingerhut also wegen seiner Giftigkeit nichts verloren!


Wohl aber in freier Natur, wo er mit seiner Blütenpracht die Vorbeikommenden grüßt.



Fotos © Ute Knieriemen-Wagner /Tourist Info Trippstadt